Fast schon hätte Dave Wyndorf seinem Bandnamen alle Ehre gemacht, ist er doch kurzzeitig zum Magnet seiner drogeninduzierten Monster und Dämonen mutiert und wäre fast daran zugrunde gegangen. Doch gerade noch rechtzeitig sprang er dem in Form einer Barbituratvergiftung nahenden Tod von der Schippe. Nun ist er zurück und hält stolz sein neues Album "4-Way Diablo" in den Händen. Das Artwork- und Bandmaskottchen, den obligat von barbusigen Damen umgebenden Bullgod mit Tendenz zur schnaufenden Adrenalinüberproduktion, hat er auch wieder mitgebracht. Die Kompositionen auf "4-Way Diablo" stammen abermals allesamt aus Wyndorfs Feder und dieser besann sich scheinbar auf das, was mit "Powertrip" und "Dopes To Infinty" so gut funktionierte und Monster Magnet bekannt gemacht hat: einfach gestrickte Rocksongs mit nicht mehr als vier Akkorden, die im Refrain durch maximal zwei weitere Harmonien abgerundet werden und sich aufgrund ihrer Überschaubarkeit und Eingängigkeit schnell in die Gehörgänge graben. Versüßt wird einem dies durch psychedelische Einschübe und die gewohnt kryptischen und B-Movie-affinen Texte ("No Vacation" und "Blow Your Mind"). Abgerundet durch viel Detailliebe und eine ordentliche Produktion die im direkten Vergleich zu Monster Magnets letzten Alben deutlich rauer und weniger glattpoliert klingt. Diese Garagenrock-Attitüde steht dem Album aber gut zu Gesicht und verleiht den sich überwiegend im 4-Minuten-Bereich bewegenden Stücken Biss. Diese Vitalität rührt vermutlich daher, dass Wyndorfs Erfüllungsgehilfen das Album überwiegend in One-Takes, die dem Album einen gewissen "Live-Charakter" verleihen, eingeprügelt haben. Zwischen all dem selbstironischen Stierhodenrock ("4 Way Diablo" und "Wall Of Fire") mit triefender Machoattitüde ("I got a cock made out of platinum") kommt es doch auch ab und an zu fast schon besinnlichen Momenten wie das hervorragendene "I'm Calling You", das mit "What kind of monsters have we made? [...] our minds have blackened out the sun, we must remember what is real, oh, please, let's have our love again" beweist. Aber auch solide Midtemporocker wie das schöne "Cyclone" oder die fuzzige Coverversion des Rolling Stones Hits "2000 Light Years From Home" fügen sich nahtlos in das Album. Einziger Schwachpunkt inmitten eines gelungenen (Comeback-)Albums ist das etwas lasche und monotone "You're Alive" das mit dem vielleicht schwächsten wyndorfschen Lyrik-Erguss aufwartet: "Goddamn, life is good and nature is a wonderful thing". Aber über die neu erstarkte Lebensfreude des (hoffentlich) genesenen und hörbar stabileren Masterminds, der die Liebe zu seiner Musik wieder gefunden und dies exemplarisch bei "Little Bag Of Gloom" mit den Zeilen – "You got troubles, yes it's true, and they all begin with you [...] If you don't let somebody in, you're gonna die in liar's gin. Maybe when you're all alone, you'll realise where love comes from." zum Ausdruck bringt, kann man sich eigentlich nur freuen. Ob es allerdings eine Tour zu "4-Way Diablo" geben wird, darf bezweifelt werden, genaueres dazu im bald auf whiskey-soda.de erscheinenden Interview mit Dave Wyndorf.