Bevor hier irgendjemand auf komische Gedanken kommt: SODO ist die Abkürzung für den Stadtteil South of downtown Seattle, und aus eben jenem kommen die Boss Martians die dieser Tage ihr mittlerweile sechstes Album veröffentlichen. Hierzulande noch relativ unbekannt, könnte der bereits seit 1994 bestehenden Band mit diesem Album ihr Durchbruch in die Rockdiscos gelingen. Die Boss Martians haben mindestens zwei überzeugende Argumente. Zum einen gibt es auf "Pressure In The Sodo" vierzig Minuten voller mitreißendem Punkrock, der teilweise stark vom Surf- und Garagenrock der 60er Jahre inspiriert ist. Das hört man vor allem an den hymnischen Melodien, die sich über den rumpeligen Rock legen, aber auch an der Orgel, die sich immer wieder zwischen die Gitarren mischt. In den weniger überzeugenden Momenten, wie z.B. "No One To No None" klingen Boss Martians leider eher wie eine orientierungslose Stadionrockband aus den Achtzigern, widerliche Synthies inbegriffen. Das zweite Ass im Ärmel der Amerikaner ist der herausragende Song "Mars Is For Martians" an dem gar Punk-Pate Iggy Pop mitwerkelte. Ein Track, der die Tanzflächen zum Glühen bringen müsste. Trotz alledem kann "Pressure In The Sodo" nicht auf ganzer Linie überzeugen, was vor allen Dingen an der schmalbrüstigen Produktion liegt. Das Reduzieren der Drums auf belangloses Hintergrund-Geklappere nimmt den Songs leider einiges von ihrer Dynamik, was die Boss Martians streckenweise wie blutarme Gluecifer klingen lässt. Fazit: Not enough pressure in the Sodo!