Vor kurzem hat David Paich "Rosanna" für eine TV-Werbung freigegeben, in der eine Band sich als Toto ausgibt! Gegen den Willen der anderen Bandmitglieder. Steve Lukather, der seit Monaten nicht mehr mit Paich spricht, hat sich bei den Fans dafür entschuldigt. Der Clip mache Toto lächerlich und sei "der letzte Nagel für unseren Sarg in den USA". In Europa kann sich "Luke" nicht beklagen, auch als "Falling In Between Live" im fantastischen Pariser Zenith aufgenommen wurde, war die Hütte voll. Wie lange Paich noch als Mitglied der Band geführt wird, bleibt abzuwarten, auf den letzten Tourneen war ohnehin, wie hier, Kultkeyboarder Greg Phillinganes dabei. Das Live-Album, dem eine DVD folgen wird, ist soundtechnisch beinahe zu perfekt. Hier wurde offensichtlich nachgebessert, bis alles stimmte. Wer Toto in den letzten Jahren live gesehen hat, kennt auch die Setlist, die keine Überraschungen bereithält. Ob es, vor allem beim geplanten DVD-Release, wirklich eine Doppel-CD hätte sein müssen, ist wenigstens zweifelhaft. Endlose Schlagzeug- und Tasten-Soli (auch "Hydra") hätte man sich für eben diese DVD aufsparen können, auf CD ist das langweilig. Greg ist zweifelsohne ein Ausnahmespieler, aber wer endlose Klaviersoli hören will, kauft eine CD von Lang Lang. Bei den Gitarrensoli ist das natürlich was Anderes. Steve Lukather ist ohnehin Kult, seine Sprüche auf der Bühne immer ein Lacher. Wenn mit "I'll Supply The Love" einer meiner absoluten Favoriten erklingt, ist eigentlich alles in Butter, gefolgt von "Isolation". Doch leider wurden damit die besten Songs wieder mal nur im Medley "verwurstet". Immerhin, das Material von "Falling In Between" (dem Studio-Vorgänger) ist auch nicht verkehrt. Für Lukather und Co. muss es frustrierend sein, dass trotzdem seit Jahrzehnten die größte Euphorie-Welle bei (Überraschung!) "Hold The Line" bricht, das ein englisches Rockmagazin mal als den "besten AOR-Song aller Zeiten" bezeichnete. Das letzte Live-Album von Toto liegt nur vier Jahre zurück, war da schon wieder ein neues nötig? Aber das ist ja heute Gang und Gäbe und ein nettes Toursouvernir allemal. "Falling In Between Live" hat Höhen und Tiefen. Trotz tollem Sounds und einiger großer Songmomente wird das Hörvergnügen durch endlose Dudel-Arien manchmal arg gestört. Was beim Konzert nett anzusehen war, nervt auf CD bisweilen.