Es ist unfassbar, wie Brainstorm es immer wieder schaffen, dem Vorgänger-Album eins draufzusetzen. War "Metus Mortis" schon ein famoses Werk, hatte man sich bis zu "Liquid Monster" zu einem Level hochgearbeitet, welches fast schon beängstigend hoch war. Mit "All Those Words" hatten die Süddeutschen auch einen kleinen Hit. Wie sollte das noch getoppt werden? Richtig, Brainstorm wären nicht Brainstorm, wenn die Antwort nicht "Downburst" hieße. Die Band hat das Studio und den Produzenten gewechselt, man konzentrierte sich in Wolfsburg auf die Stärken und forcierte diese zu zehn glasharten Hits, von denen "Fire Walk With Me" sogar in Ungarn Platz 1 der Charts erreichte. Sangeswunder Andy B. Frank veränderte leicht seinen ureigenen Gesangsstil, ohne von seiner Vorstellung von eingängigen, druckvollen Metal-Vocals abzurücken, nur singt der Gute nun an Stellen, die früher der Musik gegolten hätte. Zusammen mit Produzent Sascha Paeth erschuf die Band Songs, die absolut Fan-tauglich sind, aber immer musikalisch anspruchsvoll und individuell: Keine langen Instrumentalpassagen, keine überlangen Texte. Brainstorm kommen mit "Downburst" auf den Punkt. Eigentlich unnötig zu erwähnen, dass jeder Song durch die ureigene Melodieführung und Eingängigkeit besticht, mit Doublebass-Gewitter und wuchtigen Gitarren operiert, über die eine exzellente Stimme wacht. Textlich werden die dunklen Gefühlswelt-Szenarien von Andy B. Franck beschrieben, als er in der Vergangenheit mit Ängsten und Depression zu kämpfen hatte. Dass er gestärkt aus dieser Situation herauskam, hört man dem Album auch an. Dementsprechend sollte man auch Augenmerk auf das recht blutige Cover legen, auf dem ein beliebiges Individuum für seine Ziele und Ansichten kämpft. Wie Brainstorm, wie die Fans, wie (hoffentlich) jeder von uns!