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Irgendwo an der Schnittstelle zwischen 80er-Jahre Heavy Rock und modernem Metal bewegt sich "Seasons Of Tragedy", die zweite Langrille der Kalifornier Benedictum. Entdeckt wurde die Band vor einigen Jahren von Dio-Gitarrist Graig Goldy, der auf "Seasons Of Tragedy" auch einen Gastauftritt hinlegt, ebenso wie übrigens auch andere Helden des US-Hardrock wie George Lynch (Dokken, Lynch Mob) und Jeff Pilson (Dokken, Dio, Foreigner). Und da Männer dieses Kalibers aufgrund ihrer Reputation nicht bei jedem Scheiß mitmachen, sollte man bei Benedictum genauer hinhören.
Tatsächlich scheint hier nämlich eine Band heranzuwachsen, die in der Lage sein könnte, den Groove und die Melodien des harten Rocks einem jüngeren Publikum schmackhaft zu machen, denen Dokken, Dio und co. zu altbacken erscheint. Insbesondere Pete Wells gebührt hier Applaus, denn der Benedictum-Gitarrist schüttelt sich eine ganze Menge fetter Riffs und klasse Soli aus dem Ärmel. Und da das Ganze auch fett produziert ist, kann auch der jüngere Metalfan mal ein Ohr riskieren. Erwähnenswert ist auch die Leistung von Frontfrau Veronica Freeman, die mal wieder ein gutes Beispiel dafür ist, dass Frauen im Rock und Metal auch für's Rocken zuständig sein können und nicht nur für mezzosopranes Kontrastprogramm. Vielleicht werden sich die Geister an ihrem Gesang scheiden, aber abwechslungsreich klingt die Dame allemal und mit einer eigenen Note beim Gesang kann heutzutage nicht jede Band aufwarten.
"Seasons Of Tragedy" bietet zehn starke Songs (darunter auch eine sehr anständige Version des Accept-Klassikers "Balls To The Wall"), wobei insbesondere der abschließende, überlange Titeltrack Eindruck hinterlässt: episch, kraftvoll, emotional und kein bisschen langweilig. Auch straighte Rocker wie "Shell Shock" (nein, kein Manowar-Cover) beherrscht die Band, auch wenn mir persönlich die proggressiveren Sachen etwas besser gefallen. Auf der Digipak-Edition wird übrigens auch noch das Rainbow-Cover "Catch The Rainbow" enthalten sein.
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