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Wir sind uns also einig: Die "New Wave Of British New Wave" ist am Ende. Das haben noch nicht alle begriffen, aber doch immer mehr. Sicherlich, Bands wie Maximo Park oder Bloc Party werden und müssen weiterhin großartige Alben aufnehmen, aber brauchen wir wirklich die siebenhundertfünfundsechzigste Band die Britpop irgendwo zwischen The Smiths, Oasis und Arctic Monkeys spielt? Nein! Die Frage ist nun: Brauchen wir so etwas wie Big Strides als Alternative?
Die sind nämlich auch Engländer, wollen aber mit New Wave mal gar nichts am Hut haben. Sie stürzen sich viel lieber auf Jazz, Funk, Classic Rock und Blues und verwursten diese Stile zu einem durchaus interessanten Mix, knochentrocken und brillant produziert von Dan Swift (z.B. Art Brut).
Sie spielen in Rock- aber auch in altehrwürdigen Jazzclubs wie dem legendären Londoner "Ronnie Scotts", niemand weiß genau, wie er die Musikrichtung jetzt nennen sollen, aber Fans und Kritiker sind begeistert. Nun, ihr Metier beherrschen Big Strides ohne Zweifel, besonders Lewis Kirks Schlagzeugspiel weiß den Hörer zu überzeugen.
Mit "She Drinks Whisky", "Sing To Me" und ein paar anderen, finden sich auch einige Songs, die tatsächlich zum Kopfnicken und Fußwippen animieren. Es ist aber auch sehr viel überflüssiges auf "Cry It All Out". Vielleicht hätte die Band noch etwas mehr aussortieren sollen, anstatt satte 16 Stücke auf dem Album zu belassen. Der Blues in "Sour Cream", der eigentlich arschcool klingen soll, wirkt eher wie eine Schlaftablette. Die beiden jazzigen Instrumentals "Do It Again" und "Pretty In C" laden nur zum weiterskippen ein. Zu oft verkommt Big Strides Genre-Mix zur bloßen Lounge-Hintergrundmusik. Dann doch lieber ein ordentlicher Arschtritt von The Fratellis und Konsorten.
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