Wenn Finnen in ihrer Muttersprache singen, wird es richtig interessant. Das versteht dann zwar hierzulande fast keine Sau, verleiht der Musik aufgrund der harten Sprache aber einen abgefahrenen exotisch-vulgären Touch. So auch bei Saattue, die mit "Jäähyvästi" ihr Debutalbum vorlegen. Die Herkunft könnte vermuten lassen, dass hier wieder ein Sentenced-Abklatsch wartet, wie er regelmäßig einmal im Quartal im Briefkasten liegt. Aber weit gefehlt! Die Jungs haben sich Doom und Death auf die Flaggen geschrieben, und das haben sie wirklich gut drauf. Irgendwo zwischen alten Paradise Lost und den nicht ganz so weinerlichen Zeiten von My Dying Bride befindet sich die Nische von Saattue. Die fetten Gitarrenriffs, die sich mit herrlich melancholischen Melodien abwechseln, werden vom rauen Organ von Tuuka Koskinen begleitet, der aber auch bei cleanen Passagen den Hörer alles andere als vergrault. Weder Aggressivität noch Schwermut werden übertrieben inszeniert, wodurch die sieben überlangen Songs ein äußerst kurzweiliges Vergnügen darstellen. "Jäähyvästi" ist eine absolut runde Sache mit drei Gitarren und viel Zukunfspotential. Bitte weiter so!