Die Musik von Black Rust hat einen eigenartigen Effekt: Lässt man sie nebenbei laufen und konzentriert sich auf was anderes, hört man zwischendurch öfter mal auf und denkt: "hey, schöne Melodie" oder "mhm, nettes Lied". Widmet man den einzelnen Songs aber seine ungeteilte Aufmerksamkeit, wirken sie banal und man verliert schnell das Interesse. Klingt nach Easy Listening? Nennt sich aber Akustik-Rock. Finden kann man auf dem ausstehenden Album wohl beides, auffallend sind auch die Jazz- und Funk-Einflüsse, für die man aber wirklich ein Fabel haben muss. Für ihr Debüt hat die Band aus Ahlen, die in den vergangenen zwei Jahren schon ordentlich Lorbeeren durch intensive Tourtätigkeiten eingeheimst hat, unter anderem Kenny Jones als Mixer engagieren können, der immerhin schon für The Smiths und Oasis gearbeitet hat. Bis man dem Gesamtwerk sein Ohr leihen kann, kann man sich zunächst mit der Single "Everything´s Fading" einstimmen. Der Song ist wirklich nett und hat einen schönen, folkigen Groove. Die Snare wird mit einem leichten Besen bearbeitet und der Kontrabass unterstützt den lockeren Melodiefluss. Trotz gefühlvoller Stimme und eher traurigem Text klingt der Song positiv und ist perfekt für den nahenden Frühling, was man bei dem etwas düsteren Bandnamen gar nicht so erwarten würde.