"Silver Swan", oder "Qntal V", entführte den Hörer in klanglich opultente Parallelwelten. Der nun erscheinende Nachfolger "VI - Translucida" scheint das passende Gegenstück zu diesem Epos zu sein. Michael Popp, Sigrid Hausen und Philipp Groth liefern uns ein klares, elektronisches Album; statt großer Gesten dominiert hier schlichte Eleganz. Durchsichtige Arrangements lenken die Aufmerksamkeit ganz auf den Gesang Syrahs. Alle Songs fallen dabei sehr hell, sphärisch und synthetisch aus, Nebelhexe's Album "Essensual" erscheint vor dem inneren Auge als Hyperlink des Trommelfells. Das Ganze wird aus Mischung aus "ausgewogener Rückbesinnung" und "Innovation" angepriesen. Bei den ersten Hördurchläufen scheint jedoch ersteres zu Überwiegen. Mal ehrlich ins Gericht genommen: "Translucida" eignet wohl am besten als Hintergrundmusik für gemütliche Winterabende daheim oder mit Freunden. Sämtliche Songs sind zwar sehr eingängig, aber aufgrund ihrer ziemlich ruhigen und gesetzten Struktur doch auch etwas monoton. Die "IV" war da zum Beispiel deutlich interessanter und abwechslungsreicher, und ist gerade für Qntal-Einsteiger eher zu empfehlen.