Erstaunlich progressiv, fast aggressiv, beginnt die Rückkehr des Rudels. Ja, hat denn der Mike immer noch so eine Wut im Bauch, vielleicht weil Vito Bratta nicht mehr dabei ist, zwischendurch gegen die Namensverwendung klagte und im letzten Jahr eine White Lion-Tour mit Ratt und Poison verhinderte? Wie auch immer, an diesen White Lion-Sound muss man sich erstmal gewöhnen. Oder doch nicht. "Dream" ist die hundertprozentige White Lion-Monsterballade, eine Mischung aus "When The Children Cry" und "Little Fighter". Henning Wanner, der auch bei Jaded Heart in die Tasten haut, unterlegt den melodischen Genuss wieder mal mit feinsten Keyboard-Arrangements. Mit "Set Me Free" oder "Gonna Do It My Way" bedient Tramp wieder die klassischen Aussteiger- und Einzelgänger-Klischees von gebrochenen Ketten und absoluter Freiheit, die in vielen seiner Songs zu finden sind. So lieben wir White Lion. Der gebürtige Däne ist bekanntermaßen zu 100 Prozent amerikanisiert. Mit "Battle At Little Big Horn" wagt er sich sogar an einen äußerst heiklen Punkt in der amerikanischen Geschichte heran. Und dass sich einiges auch in seinem Leben geändert hat, zeigt der Song "I Will": "Cause I am your father and you'll always be my son." Mit weiteren Powerballaden wie "Never Let You Go" und dem europäischen Bonustrack "Take Me Home" bewegt sich die Band auf sicherem Terrain. White Lion-Fans werden mit "Return Of The Pride" sicherlich zufrieden sein. Allerdings kommt der solide Longplayer auch ohne große Höhepunkte aus.