Da, ihr kleinkarierten Punk-Puristen, nehmt dies! Höret und staunet! Bubonix untermauern mit ihrem neuen Album "Capsaicin" endgültig, dass sie zur absoluten Speerspitze des innovativen Hardcores gehören. Was auf "Please Devil, Give Me Golden Hair" schon unfassbar genial war, wurde hier noch verfeinert, veredelt und, im besten Sinne des Wortes, geschliffen. Wie auf ihrem Label-Debüt fällt auch auf dem neuen Album wieder die unglaublich trockene Produktion von Kurt Ebelhäuser besonders positiv auf. Die Band klingt aggressiv, ohne dass die Musik dabei ihre scharf umrissenen Konturen verliert oder ins stumpfe Geknüppel abfällt. Doch davon sind Bubonix mittlerweile ohnehin meilenweit entfernt. Auf "Capsaicin" finden sich Indie-, Elektronik- und Postrock-Einflüsse, machen es zu einem einzigartigen Genremix. Dem brachialen Sound wurden an den richtigen Stellen catchy Melodien beigerührt, wie etwa dem Dead Kennedys-artigen "Dogs And Horses" oder "We Won't Fall", in letzterem klingen Bubonix doch tatsächlich ein bisschen nach System Of A Down. In "London Nights" wird es richtig psychodelisch, die einengende Schublade Punk/HC wird vollkommen in ihre Einzelteile zerfetzt. Besonders hoch muss man Bubonix anrechnen, dass sie trotz ihrer Experimentierfreude nicht vergessen haben, gute Songs zu schreiben, die nicht als bloße Projektionsfläche für neue Sounds genutzt werden. Das Album klingt trotz der wilden Stilvariationen in sich geschlossener als der Vorgänger, und obwohl zwischen den beiden Platten nur 13 Monate liegen, kann man "Capsaicin" keineswegs als Schnellschuss bezeichnen. Es zeigt viel mehr, dass Bubonix auch nach 13 Jahren Bandgeschichte noch immer voller Ideen stecken. Wir freuen uns jetzt schon aufs nächste Update.