Zweites Album, neues Selbstbewusstsein: The Fratellis distanzieren sich ein bisschen von "Costello Music" und liefern indifferente Standortbestimmungen, bedingt gelungene Neudefinitionen und...Stadionrock! Nachdem das von Tony Hoffer produzierte Debüt rückblickend ihren Live-Sound nicht wirklich rüberbrachte besorgte das schottische Trio die Produktion beim Nachfolger kurzerhand selbst, schaffte es aber ebenfalls nicht den eigenen Ansprüchen gerecht zu werden: So knackig die Tracks von "Here We Stand" auf der Bühne klingen, so fett, behäbig und oftmals leider auch belanglos tröpfeln sie aus den heimischen Boxen. Der Erstling mag mit "prolligen" Elementen gearbeitet haben, bot aber trotzdem so viele hochinfektiöse Highlights, dass man sich dem Ganzen nur schwerlich entziehen konnte. Und genau diese Leichtigkeit fehlt hier, zu viele Songs begnügen sich einfach damit ein paar hymnische Oasis- oder Beatles-Einsprengsel auf eine eingängige Melodie zu spießen und das Ganze ins Feuer der sommerlichen Stadien zu halten. Das Resultat ist selbstverständlich nicht schlecht, läuft beim Putzen und Abspülen nett im Hintergrund gräbt aber eben auch keine Spuren in die Gehörgänge. Wie schon die Single "Mistress Mabel" hervorragend belegt. Lediglich bei "Baby Doll" muss man zugeben: Wow, eine ganze Platte davon und die Welt wäre gerettet. Nicht nur der Sommer!