Ein Gitarristen-Ehepaar, ihr Nachbar am Mikrophon, der "beste Schlagzeuger aus der Gegend" und ein Multi-Instrumentalist am Bass, das sind Birds Of Avalon. Manche huldigen sie schon jetzt als kommende Rock'n'Roll-Sensation, aber dazu muss die Band erstmal bekannt werden. Das ist schwer, wenn man ein derart bescheuertes Cover-Artwork wählt. Ihr Debüt-Album mit dem seltsamen Titel "Bazaar Bazaar" lässt sich nur schwer typisieren. Wenn es irgendwo eine Schublade gibt, in die Cheap Trick, The Presidents Of The USA, die Flaming Sideburns und eine Progressive-Band nach Wahl reinpassen, dann sind Birds Of Avalon daraus hervorgegangen. Diese Schublade muss also in North Carolina sein. Konkret gibt es hier einen doppelten Gitarren-Angriff mit melodischen Refrains, verspielten Passagen zwischendurch, alles zusammen in unsauberem Garagensound. Manchmal gesellt sich dann noch eine 70er-Jahre-Hammond-Orgel dazu und die Percussions animieren zum Tanzen. Man kann noch nicht mal einen Song herauspicken, so ungewöhnlich wirkt diese Mischung. Muss man aber aufgrund der witzigen Titel trotzdem: "Horse Called Dust", "Superpower", "Where's My Blood?" und ... "Wanderlust". Alles klar? Ein paar langweilige Nummern sind allerdings auch mit von der Partie. Die Birds Of Avalon sollte man im Auge behalten, im Ohr behält man sie spätestens nach dem zweiten Hören sowieso. "Bazaar Bazaar" ist bisher eine der interessantesten Rock'n'Roll-Platten in diesem Jahr. Da könnte tatsächlich noch was Großes draus werden. Bisher hat sie allerdings noch kaum einer bemerkt.