Eine Silberschüssel voller Folk, Ambient und Mittelalter, püriert zu schmackhaftem Brei, dem es etwas an Würze, nicht aber an Nahrhaftigkeit fehlt. So in etwa lässt sich Blackmore's Night's neuer Langspieler beschreiben. Ein Dutzend hübsch-klebriger Lieder, die allesamt zum Schunkeln und Wippen einladen, stehen nun unter dem Titel "Secret Voyage" in den Läden. Inhaltlich bleibt alles beim Alten: heile Welt und märchenstimmung, sanfte Klänge und eingängige Rhythmen, akustische Gitarren, Cembali, Flöten und Trommeln, dazu Candice Nights glockenhelles Feenstimmchen - alles was man von einem weiteren Blackmore's Night-Album erwartet. Daneben wird diesmal noch etwas tiefer in der Mottenkiste gegraben als sonst. Richie und Candice covern Elvis "Can't Help Falling In Love" in einer recht amüsanten Lagerfeuer-Version, wie sie bisher nur zu fortgeschrittener Stunde aus Pfadfinderkreisen ertönte und dabei dem Phänomen des Fremdschämens eine neue Dimension gab. Ob das nötig war? Eine Frage, die man sich auch beim Wiederauftauchen des Rainbow Songs "Rainbow Eyes" stellt. Das Album kreiert die übliche pathetisch-einlullende Atmosphäre, die die Fans der Band so lieben. Pop-Romantik mit der Verwurstung etwas abgekauter Traditionals, das Ganze gespickt mit verspieltem Zwischengeplänkel. "Secret Voyage" ist im klassischen Sinne des Wortes harmlos und ohne Altersbeschränkung als Einschlafhilfe uneingeschränkt empfehlenswert. Eines der alten Blackmore's Night-Alben tut es da allerdings eigentlich auch.