Bevor man in Deutschland auf den Geschmack kam, hatten sich die im Jahre 2000 gegründeten Born To Lose schon lange einen Ruf in ihrer Heimat USA erspielt. Auf ganzen drei Alben hatten die Mannen aus Austin in Texas ihre Vorliebe für laute Gitarren und Alkohol manifestieren müssen, ehe man hierzulande darauf aufmerksam wurde und People Like You Records 2006 die damals aktuelle Scheibe "Sweet Misery" auf den hiesigen Markt warf. Um dessen Nachfolger hat sich das Dortmunder Label nun aber rechtzeitig zum weltweiten Release bemüht, weswegen er auch pünktlich ab Freitag in den deutschen Läden steht. Man hört, dass die Songschreiberei für ihr viertes Album den Texanern nicht so recht von der Hand gehen wollte. Und so unterzogen sie sich der besten Therapie, die eine Band so richtig wieder in die Gänge kommen lässt: Eine Tour durch ganz Europa. Kluge Entscheidung, denn die Songs auf "Saints Gone Wrong" hängen entsprechend voll mit dem Adrenalin der Live-Shows. Schnellen Punkrock gibt es hier zu hören, gepaart mit einer dem Hardcore huldigenden Stimme. Selbige kommt fast immer im zuweilen kanonartigen Zusammenspiel mit den whoa-oh-Gesängen der vier Mitstreiter zum Einsatz, womit sich die Band wohl zurecht ihren Titel als "Kings of Whoa-Punk" ergrölt haben. Das Ganze ist sehr melodiös und klingt viel kämpferischer, als der Bandname vermuten lässt. Born To Lose tönen keineswegs fatalistisch, sondern geben dem Leben die volle Breitseite. Somit kann man sich mit der Platte schnell anfreunden, und vor allem live sollten die Songs hervorragend funktionieren. Nur der letzte Kick fehlt irgendwie. Hat man die ersten drei Lieder gehört, kennt man im Prinzip das ganze Album. Kleine Unterschiede gibt es in ein paar harten Riffs hier oder kreischigen Metal-Gitarren da. Auf Dauer bleibt es aber alles eher uninspiriert und immer das Gleiche. Das aber auf einem recht hohen Niveau, immerhin.