Nach dem fulminanten Debüt ist ihr Zweitwerk natürlich eine der am heißestens erwarteten Scheiben in diesem Jahr. Wer Black Stone Cherry im Sommer live erlebt hat, kennt den einen oder anderen Song schon, z.B. den großartigen, krachenden Opener "Blind Man". Für die Aufnahmen des zweiten Studioalbums begaben sich Chris Robertson, Jon Fred Young, John Lawhon und Ben Wells in die Black Bird Studios von Nashville. Dort ließ das nach einer Billig-Zigarre benannte Quartett nichts anbrennen. Der unaufdringlichen Melancholie des wunderbaren "Please Come In" folgt die Riffgranate "Reverend Wrinkle", deren Refrain allerdings noch etwas zäh ist. Das genaue Gegenteil ist "Things My Father Said". Es wäre nicht verwunderlich, wenn Black Stone Cherry mit dieser 1-A-Powerballade demnächst weit oben in den Single-Charts auftauchen würden. Oder mit dem gigantischen "Peace Is Free", das mit seinem eingängigem Chor-Refrain das Sortiment der Südstaatler konsequent bereichert. Wow! Doch keine Sorge: Das Kraftwerk von einer Band verweichlicht nicht. Schwermetallischen Krach gibt es genug, z.B. den coolen Uptempo-Rocker "Devil's Queen". Und ein Solo wie das bei "Long Sleeves" kann man nur genießen. Kein Wunder, dass die Scheibe in Großbritannien schon auf Platz 1 der Rockcharts gelandet ist und die auf der Insel (zurecht) gehypten The Answer plötzlich "nur noch" im Support von Black Stone Cherry auftauchen, im November übrigens auch hierzulande. Die Jungs aus Kentucky verarbeiten erneut Southern Rock, Heavy Metal, ein klitzekleines Bisschen Grunge und große Melodien zu einer exzellenten Mischung. An die übermächtige Single "Lonely Train" vom Vorgänger kommt zwar kein Song des zweiten Albums heran, doch als Ganzes funktioniert "Folklore And Superstition" sogar noch besser als der Vorgänger. Mit Bodenständigkeit, Treue zu ihren Wurzeln und vor allem mit starken Songs sind Black Stone Cherry auf dem besten Wege, das neue Flaggschiff des Southern Rock zu werden.