Von Martin und Tina Schindler musste man schon so einiges über sich ergehen lassen. Nachdem das pathetisch-alberne Projekt Mantus vor zwei Jahren glücklicherweise aufgelöst wurde, folgte prompt Sepia, mit dem das Geschwister-Duo einen musikalischen Offenbarungseid leistete. Black Heaven lief bereits seit den Anfangstagen von Mantus parallel zu selbigem Projekt und hat es sogar überlebt. Nicht ganz ohne Grund, denn von allem was die Beiden bisher verbrochen haben, war Black Heaven eigentlich immer das Erträglichste, ohne dabei jedoch in irgendeiner Weise gut zu sein. Dem bisherigen Stil der soften Blutengel-Elektronik ist man sich auch auf "Negativ", der sechsten Scheibe, treu geblieben - dem nicht zufrieden stellenden Endergebnis leider auch. Ist das Intro noch recht gefällig, so wird bereits beim Opener deutlich, dass Martin Schindler trotz seiner langjährigen Erfahrung als Musiker immer noch nicht in der Lage ist, einen Sound hinzubekommen, der nicht stellenweise nach einem uralten Atari klingt. Solche Momente gibt es zwar nicht mehr so oft wie in der Vergangenheit, doch sie stören genauso wie das dilettantische semi-orientalische Sample in "Violent Acts Of Hate", das einen eigentlich ganz annehmbaren Song total versaut. Bei "Glut und Asche" kommt es schließlich, wie es kommen muss: Tina Schindler greift zum Mikro. Und das verheißt selten etwas Gutes, so auch in diesem Fall. Glücklicherweise realisiert sie das selbst ("Ich gehöre nicht hierher und auch nicht woanders hin") und meldet sich in den restlichen Songs nicht mehr zu Wort. Ansonsten hat Black Heaven in den insgesamt 69 Minuten so allerlei Belangloses zu bieten, das sich zwar weder textlich noch musikalisch so schrecklich in Szene setzt wie Sepia, aber trotzdem niemanden aus den Latschen haut. Manchmal versucht man den Sound besserer Bands wie Diary Of Dreams ("Weiße Lilie", "War Atrocities"), Unheilig ("Von hier zu den Sternen") oder In Strict Confidence ("Kill The Pain") zu kopieren, meistens mit eher mäßigem Erfolg. Unnötigerweise wird auch noch "Der Leiermann" von Covenant gecovert, wobei die Idee, daraus eine Piano-Synthiestreicher-Nummer zu machen, an sich gar nicht so schlecht ist. Aber auch hier zeigt sich die grundlegende Diskrepanz von Theorie und Praxis, die sich wie ein roter Faden durch die musikalische Karriere von Martin Schindler zieht. Etwas wirklich Brauchbares hat er nämlich auch dieses Mal nicht abgeliefert, und nach insgesamt 13 veröffentlichten Scheiben bleibt da inzwischen auch keine große Hoffnung mehr, dass da irgendwann noch etwas Tolles kommt. Eingeschränkt empfehlen kann man "Negativ" jedenfalls nur Leuten, die sich aus unverständlichen Gründen zu den anspruchslos-seichten Bands der Schwarzen Szene wie Blutengel, L'ame Immortelle oder eben Mantus hingezogen fühlen.