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Es gibt Klassiker, die haben ein Problem. Alle paar Monate taucht eine neue, junge Band auf, de meint, sie müsse ihre Demut zeigen und ein Album veröffentlichen, mit dem sie sich vor dem großen Original "verbeugt". Bei all dieser Demut allerdings vergessen die meisten dieser Bands, dass es nicht reicht, eine mehr schlechte als rechte Kopie eines Klassikers zu veröffentlichen. Das mündet meistens in einem Disaster, das zeigt, warum das Original ein Klassiker ist und die Verbeugung nur eine überflüssige Kopie. Aber immerhin hat man damit dann noch einmal klar gestellt, WARUM das Original nun mal ein Klassiker ist.
Ganz besonders beliebt für besonders tiefe Ehrerbietungen sind im Metalbereich bekanntlicherweise die Bands Venom, Possessed und Celtic Frost. Wieviel Mist schon unter dem Label "Eine Verbeugung vor den Meistern" veröffentlicht wurde kann man jedenfalls nicht an einer Hand abzählen.
Nun, Black Anvil vermengen diese drei Band noch mit etwas alten Darkthrone … äh, Verzeihung! Natürlich nur mit einer Reminiszenz an alte Darkthrone. Eine Verbeugung sozusagen.
Allerdings sind Black Anvil keine Jungspunde, sondern im Musikbiz bekannte alte Hasen. Jedoch handelt es sich bei den Ursprungscombos eher um Hardcorebands, aus denen die Mitglieder von Black Anvil stammen, insbesondere sei dort Madball genannt. Dementsprechend ist das qualitativ hochwertige, technisch versierte Mucke, die die Jungs hier abliefern, und wenn man von blödem Hardcoregeprügel zu schön finsterem Metal wechselt, ist das mit Sicherheit ein Upgrade (*Wegduck vor der Hardcore-Redaktion*).
Im übrigen schafft Black Anvil es, tatsächlich die Einflüsse der genannten Bands nur anzudeuten, musikalisch aber trotzdem eigenständig zu bleiben. Und so enthält "Time Insults The Mind" 9 Songs voll mit räudigem, ursprünglichem Metal im Geiste von eben den Klassikern, vor denen sich schon so viele verbeugt haben.
Stampfendes Geschrammel, schön fies produziert - so prügeln sich die Amerikaner durch schnellere Black Metal Songs ("On This Day Death"), fiese Midtempogranaten ("777") und räudigen Doom im Sinne von Possessed und Cathedral ("Dethroned Emperor").
Alles in allem ein dreckiges Stück Metal, das all die Plagiatoren, die dort draußen herumlaufen, locker an die schwarze Wand spielt.
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