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Nach der Wacken-Show anno 2005 war es still geworden um Bloodbath und jetzt kommen die Fans der Truppe aus dem Veröffentlichungshagel gar nicht mehr raus: 2008 ist das Bloodbath-Jahr. Nach der EP "Unblessing The Purity" im Frühjahr und der Live-DVD "The Wacken Carnage" im Sommer hauen die Todesstahlprofis uns nun ihr drittes Full Length Album um die Ohren.
Was sich mit besagter EP schon abzeichnete, wird konsequent fortgeführt: das alte Konzept, eigene Schwedentod-Helden à la Dismember und Entombed nachzubauen, ist Schnee von gestern. Statt dessen besinnen sich die Jungs, die fast allesamt selbst mit ihren Hauptbands fleißig dabei sind, Deathmetal-Geschichte zu schreiben, immer mehr auf ihre Eigenständigkeit.
"Wir haben zweifellos die ultimative Bloodbath-Platte gemacht!", verriet uns Anders "Blakkheim" Nyström noch vor einigen Monaten im Interview und zeigte damit auf, dass es Zeit wird für eine eigene Handschrift. Nur, wie kann die aussehen, wenn das vermeintliche Markenzeichen der Jungs auf einmal in den Hintergrund tritt? Man kann nicht behaupten, dass man auf "The Fathomless Mastery" den Deathmetal neu erfindet. Vielmehr erweitert die Band ihr musikalisches Inspirationsspektrum um einen Kontinent. Entweder die Jungs haben in letzter Zeit viel Morbid Angel und Co. gehört oder sich zumindest darauf besonnen, dass es fernab vom produktiven Land in Nordeuropa auch noch andere Spielarten gibt. Die neue Scheibe setzt entsprechend auf Vielfalt, und auch wenn sich Vergleiche nicht vermeiden lassen, so legen Bloodbath den Titel der Tribute-Band endgültig ab.
Der Opener "At The Behest Of Their Death" knüpft direkt an das Highlight der EP "Weak Aside" an, das aber mit "Treasonous" direkt noch mal in seiner Nackenbrecherqualität überholt wird. Und mit "Iesous" kommt der obligatorische Midtempo-Kracher zu seinem Recht. Unverblümt hämmern die Schweden uns die Riffs in den Schädel, für die bei ihren anderen Großprojekten wie Opeth oder Katatonia längst kein Platz mehr ist. Trotz aller Geradlinigkeit hat man es hier aber mit einem Haufen alter Hasen zu tun, die genau wissen, wie man guten Deathmetal schreibt. Technisch auf hohem Niveau, aber immer pointiert und schnörkellos brutal. Die Symbiose aus typisch schwedischer Melodik und tonnenschweren Florida-orientierten Riffs funktioniert hervorragend.
Von Bloodbath als gelungenes Spaßprojekt einiger erfolgsverwöhnter Musiker mit zuviel Inspiration hätte man keine große Entwicklung erwarten brauchen. Dass die aber selbst keinen großen Bock mehr auf das Allstar-Image hatten, beweisen sie mit dieser Scheibe ein für alle Mal und qualifizieren Bloodbath als einen festen Bestandteil der Szene, der es in seiner Ernsthaftigkeit durchaus mit genannten "Hauptbands" aufnehmen kann. Hoffen wir, dass die stilistische Frischzellenkur ein Zeichen für eine neue Ära im Hause Bloodbath ist, und dass "The Fathomless Mastery" noch so einige Schmuckstücke folgen.
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