Einfach machen Bloc Party es sich wahrlich nicht: Anstatt "Silent Alarm" immer neu zu recyceln sind sie jedes Mal spürbar um Veränderung, Weiterentwicklung bemüht. Beim letzten Mal klappte das, im Falle von "Intimacy" geht es leider schief. Und zwar grandios! Oder sollte diese beliebige Aneinaderreihung von Songs ein prominentes erstes Anzeichen des um sich greifenden "Tod des Albums" darstellen? Bloc Party als Rock Hudson der Download Generation? Oder ist dies gar keine neue Platte sondern in Wahrheit eine "Best-Of" in remixter Form? Kein Witz, bei gut der Hälfte der Songs könnte einem exakt dieser Verdacht kommen: "Halo", "Biko" (KEIN Peter Gabriel-Cover!), "One Month Off" klingen allesamt sehr vertraut. Und genau hier liegt auch das Problem der Londoner: Anstatt die Veränderung im Sound zu suchen hätte man besser mal am Songwriting gefeilt. Die dramaturgischen Steigerungen einer Bloc Party-Nummer dürfen nach fünf Jahren im Geschäft beim Hörer als bekannt vorrausgesetzt werden. Und die "neuen" Elemente zeigen sehr schnell die Grenzen dieser Party auf: So gut gemeint der Eröffungsdoppelschlag aus "Ares" und "Mercury" sicherlich ist, er ist weder experimentell noch innovativ. Schon gar nicht provokativ. Dafür aber nervig. Denn auf den Spuren von den Chemical Brothers und den Beastie Boys machen die Briten keine gute Figur. Lässig auf Breakbeats surfen können sie erst recht nicht. Dazu sind ihre Rhythmen zu unhypnotisch, die Produktion zu altbacken. Und der langweilige Pseudo-Gothic-Schmock von "Zephyrus" stellt ebenfalls eine Sackgasse dar und kreist in erster Linie ziellos um sich selber. Da kann auch Mix Koryphäe Alan Moulder nicht mehr viel herausreissen. Keine Hoffnung? Doch, das prophetisch betitelte, verspielte "Signs" könnte tatsächlich in eine bessere Zukunft weisen. Irgendjemand sollte Kele Okereke das Japan-Album "Tin Drum" in die Hand drücken.