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AC/DC -  Black Ice     Artist:  AC/DC
    Album:  Black Ice
    Label:  Sony / BMG
    Release:  17.10.2008
   Medium:  Album
    Genre:  Hardrock Diesen Artikel ausdrucken 
    Autor:  Philip Artikel per Mail versenden 
 

Als das letzte AC/DC-Album erschien, war man noch "Safe In New York City", es gab Musiksender, die Musik spielten, und man ging davon aus, dass "Chinese Democracy" in Kürze erscheinen würde. Nach acht Jahren grollt der "Thunder from Downunder" jetzt endlich wieder aus den heimischen Lautsprechern. Mittlerweile ist Angus Young 53 Jahre alt, Sänger Brian Johnson bereits 61. Es liegt also im Bereich des Möglichen, dass "Black Ice" das letzte Studioalbum der vielleicht besten Hardrock-Band der Welt ist.

Der Opener "Rock'n'Roll Train" kurbelte bereits Wochen vor der Veröffentlichung die Vorfreude an. Die wunderbare Single-Auskopplung mit dem mehrstimmigen Ohrwurm-Refrain hat die Band nämlich ins Mainstream-Radio katapultiert. Kein Wunder, der groovige Mitgröler in allerbester AC/DC-Tradition macht süchtig und ist der beste Song auf "Black Ice". Bei "Big Jack" sieht man vor dem geistigen Auge schon Angus beim Duckwalk. Und beinahe auf einer Ebene mit "Back In Black" (dem Album) ist "War Machine", der kernigste Rocker auf dem Longplayer. Das ist australischer Riff-Rock vom Feinsten.

Ein weiteres Highlight des Albums ist "Anything Goes". Der Gute-Laune-Rocker, bei dem man nicht stillsitzen kann, erinnert an Brian Johnsons alte Band Geordie und ist schon jetzt ein Klassiker. Coole On-The-Road-Stimmung vermittelt "Rocking All The Way". Bei anderen Bands würden solche Titel kitschig rüberkommen, nicht bei AC/DC. "Black Ice" ist so authentisch wie der Papst. Die Überraschung ist dabei Brian Johnson, der seine beste Performance seit Jahren abliefert. Es ist schon erstaunlich, wie gut und wie hoch der Haudegen noch singen (nicht schreien) kann.

Hätte man die Vinyl-Ausgabe in den Händen, müsste man aber sagen: Die B-Seite ist nicht so gut wie die A-Seite. Da wird es zwischendurch mal etwas lahm. Die Grooves von "Decibel" oder "Money Made" haben zwar durchaus ihren Reiz, aber ohne nachhaltige Wirkung. Der Titelsong will auch so recht nicht zünden. "Stormy May Day" erstaunt immerhin mit einer lässigen Slide-Gitarre. Als musikalische Untermalung beim Bier mit Freunden geht das immer noch voll in Ordnung.

Als Angus Young kürzlich mit dem Vorwurf konfrontiert wurde, AC/DC habe zwölfmal dasselbe Album gemacht, entgegnete er: "Das ist eine Lüge. Wir haben es sechzehnmal gemacht." Stimmt natürlich auch nicht. Man stellt allerdings fest, dass "Black Ice" Parallelen zu den beiden Vorgängeralben "Ballbreaker" und "Stiff Upper Lip" aufweist. Die Scheibe enhält viele gute und ein paar unspannende Nummern, dazu zwei bis drei absolute Spitzentracks. "Black Ice" ist sogar noch etwas besser und erfüllt damit alle Erwartungen. Nun gilt die ganze Vorfreude der kommenden Tournee.


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