Manchmal denkt man doch recht wehmütig zurück. An Zeiten in denen Musik noch etwas bewegte oder zumindest eine Aussage hatte. Was haben Bands wie The Clash oder The Exploited oder auch Napalm Death Ende der 70er bis in die 80er Jahre ausgelöst, nur indem sie ihre Wut und ihre Unzufriedenheit über die Zustände der Welt in selbige hinausschrien. Die Fuck The System Bewegung hat die damalige Jugend mitgerissen wie ein wilder Fluss und die Großen und Wichtigen dieser Welt mussten einfach hinhören, konnten es sich nicht leisten wegzuhören. Eine ganz so gewichte Stimme wird der Musik heute wohl nicht mehr zuteil werden, obwohl auch in heutiger Zeit Bands wie zum Beispiel Ministry ihren Lyrics durchaus eine Richtung und Meinung verpassen. Auch die Niederländer Hardcorer Born From Pain waren immer darauf bedacht ihren Texten eine Aussage mitzugeben und nicht einfach sinnlos nur Splatter und Gräueltaten etc. zum Thema zu machen. Merkwürdiger Weise trifft man sowieso meist auf die hardcoregeprägten Bands wenn man denn mal anspruchsvollere Texte und Leute die nicht nur eine Meinung haben, sondern diese auch laut aussprechen, sucht. Wie eben auch Born From Pain, die pünktlich zu Halloween ihr neues Album "Survival" auf den europäischen Markt loslassen. Sänger Rob Franssen sagte in einem Interview über die lyrischen Inhalte der Platte: "Wir denken, dass es in Zeiten wie diesen wichtig ist, eine Stimme zu haben, wenn man von der Obrigkeit ständig angelogen, seines Selbstwertgefühls beraubt, um seine letzten Ersparnisse betrogen und in den Dreck geworfen wird. Wir versuchen, kritisch zu sein und das Bewusstsein zu vermitteln, dass oft mehr dahintersteckt und die Leute sich ihre Informationen selbst beschaffen und nicht alles glauben, was ihnen vorgesetzt wird. Wir werden Druck ausüben und unsere derzeitige Situation nicht akzeptieren. Es ist Zeit, seine Stimme zu nutzen bevor es zu spät ist. Sucht die Wahrheit!" Leute! Hört auf den Mann! Musikalisch haben Born From Pain einmal mehr die hatebreed-artige Dampfwalze ausgepackt und fahren damit in knapp 35 Minuten alles nieder was nicht von alleine die Flucht ergreift. Dynamischen Wechsel zwischen Grooveparts und Up-Tempo mit intelligenten Breaks und punktgenau eingestreuten Melodien die, trotz neuem Sänger, den gewohnten und gewollten Born From Pain Sound ausmachen das ist "Survival". Wer auf satte Vocals mit Message, fette Doublebass-Attacken und Riffgewitter abfährt ist bei Born From Pain wie eh und jeh genau richtig!