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Order Of Ennead -  Order Of Ennead     Artist:  Order Of Ennead
    Album:  Order Of Ennead
    Label:  Earache
    Release:  24.10.2008
   Medium:  Album
    Genre:  Deathmetal Diesen Artikel ausdrucken 
    Autor:  Antal Artikel per Mail versenden 
 

Order Of Ennead aus Tampa Bay, Florida legen mit ihrem gleichnamigen Debüt eines der besten Death Metal-Alben des Jahres hin. Sonderlich verwundern darf das nicht, denn wir haben es hier keineswegs mit Jungspunden zu tun, sondern mit der aus Council Of The Fallen hervorgegangen neuen Band um Drummer Steve Asheim (Deicide) und Bassist Scott Patrick (Resurrection). Komplettiert wird das Lineup durch Frontmann/Gitarrist Kevin Quirion (Council Of The Fallen) und Lead Gitarrist John Li. Bei den ersten Live-Shows war statt Li dann Jack Owen (ex-Cannibal Corpse, Deicide) als zweiter Mann an der Klampfe dabei.

Geballte Erfahrung also - und die hört man Order Of Ennead auch zu jeder Sekunde an. Dass bei dieser Zusammenarbeit aber eine derart grandiose Scheibe herauskommt, war dann doch nicht zu erwarten. Die letzten Alben der Hauptbands der Beteiligten werden mal eben im Vorbeigehen locker in die Tasche gesteckt und das soll nicht heißen, dass beispielsweise Deicide zuletzt Mist abgeliefert hätten - ganz im Gegenteil ("The Stench Of Redemption" gehört in jedes Regal eines Death Metallers). Aber Order Of Ennead bieten auf ihrem ersten Album einen unwiderstehlichen Death Metal-Cocktail, der mit seiner Black Metal-Schlagseite und bezaubernden Harmonien mehr nach Schweden als nach Florida klingt - man denke hier an Vorbilder wie Dissection, Naglfar und Unanimated. Die Wagenladung an geilen Riffs und fantastischen, sehr klassisch klingenden Gitarrenleads wird durch Steve Asheims kraftvolles Blast-Drumming zusammengehalten.

Spätestens bei "As Long As I Have Myself I Am Not Alone" wird es dann auch im positiven Sinne progressiv - großartig wie nach einem ruhigen Intro erst Steves Drums einsetzen und dann Kevin Li ein fantastisches Solo über den schleppenden Rhythmus legt worauf sich nahtlos eine feine Groove-Passage anschließt. An diesem Beispiel wird deutlich, wie viel Wert die Jungs auf ausgefeiltes Songwriting und durchdachte Arrangements legen. Dabei begehen sie aber nicht den Fehler, die Songs mit Komplexität zu überfrachten - alles bleibt nachvollziehbar, logisch und jederzeit Headbang- und Luftgitarren-kompatibel. Songs wie das mit traumhaften Harmonien daherkommende "As If A Rose I Wither" zählen zum Besten, was man in diesem Genre in letzter Zeit hören durfte.

Endgültig in den Metal-Olymp wird das Album in den ruhigen Passagen gehievt - man höre sich nur das passend betitelte "Interlude With Reason" oder die schwermütigen Grand Piano-Einlagen bei "Prelude To Ruin" und am Ende von "Dismantling An Empire" an. Solche Sachen hätte man bei diesem Lineup nicht unbedingt erwartet und sie tragen zur positiven Überraschung bei, die dieses Album darstellt.

Am Ende dieser Lobpreisung sei auch noch dem lyrischen Konzept gehuldigt. Wie die Songtitel andeuten, geht es den bösen Death Metallern diesmal nicht darum Christen zu verhauen, Katzen an die Tür zu nageln oder ähnliches. "Ennead" bedeutet "Neunheit" und bezeichnet die neun Schöpfergottheiten aus Heliopolis in Ägypten. Es sind dies die Schöpfer des Universums und Bringer der Weisheit für die Menschen. Order Of Ennead steht demnach für das Potential der Kreation - und die Songs behandeln Themen wie das Zurücklassen von Negativität und die Akzeptanz der eigenen Unzulänglichkeiten. Bis auf "Dismantling An Empire" stehen die inneren menschlichen Zustände im Mittelpunkt - eine Thematik, die musikalisch hervorragend umgesetzt wurde und dem Album eine emotionale Wucht verleiht, die man in diesem Genre nur selten findet.

"Order Of Ennead" ist neben "Watershed" von Opeth und "The Fathomless Mastery" von Bloodbath sicherlich das Extrem-Metal-Highlight des Jahres!


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