Krawumm! Krachend melden sich Buckcherry mit dem Uptempo-Opener "Rescue Me" zurück. Nach dem gelungenen "15" war es schwer, einen ebenbürtigen Longplayer nachzulegen. Mit "Crazy Bitch" landeten die Jungs aus Los Angeles vor nicht allzu langer Zeit einen Megahit, der sogar für einen Grammy nominiert war. Von einer so wunderbar dreckigen Partyhymne können Mötley Crüe heute nur noch träumen. (Aber smart wie sie waren, haben sie Buckcherry einfach für ihr Crüe Fest ins Programm aufgenommen.) Ob sich bei "Black Butterfly" so einer rauskristallisiert, bleibt abzuwarten. Buckcherry zählt inzwischen zu den besten Hardrock-Bands der Stunde. Leider haben das noch nicht alle bemerkt. Obendrein haften ihnen manchmal völlig unpassende Labels wie Punk oder Alternative an. Grotesk! Nummern wie "Tired Of You" oder "Fallout" gehen als moderne Mischung aus Tesla, Ratt, Guns n'Roses und Crüe ins Ohr. Äußerst unterhaltsam ist die erste Single-Auskopplung "Too Drunk ..."! Zu betrunken zum ... na was wohl? Da ist der Nachfolger von "Crazy Bitch". Und dann garnieren die Gitarristen Keith Nelson und Stevie D (bzw. einer von ihnen) das Teil auch noch mit Hendrix, genauer gesagt dem Riff von Purple Haze. Großartig! Auch schön: Die Balladen "Dreams" und "Rose" mit Radio-Kompatibilität. Ok, "Don't Go Away" und "Talk To Me" sind eher Fließband-Ware. Das kennt man von Buckcherry, auf jedem Album gibt es ein paar schwächere Songs. Doch dann überraschen sie das Publikum mit der launigen Akustik-Nummer "All Of Me", bevor sie gegen Ende mit "Imminent Bail Out" (cool) alles abfackeln. Zum Schluss begeistert "Cream" mit Marschtrommeln, die mich spontan an Iron Maiden ("The Ides Of March") und Metallica ("The Struggle Within") erinnern. Dabei ist die Nummer eher easy. Und wie üblich hat das ganze Album einen sympathischen Oldschool-Rock'n'Roll-Touch. Seit ich Buckcherry 1999 als Vorband von KISS erlebte, hat sich einiges getan. Klar, schließlich hat die Besetzung gewechselt. Vor allem aber sind die Kalifornier inzwischen zu einer exzellenten Hardrock-Band gereift. Josh Todd erweist sich einmal mehr als charismatischer Sänger. Trotzdem bleibt "Black Butterfly" knapp hinter "15" zurück. Zufrieden sein kann man damit allemal.