Erinnert Ihr Euch noch an den Moment, wo Ihr das erste Mal bewusst so richtig "harte" Musik erleben durftet? Mochtet ihr sie sofort? Nicht selten liegt zwischen unbeflecktem Knaben-Öhrchen und Grindcore-erprobtem Extrem-Empfänger eine lange Reise der Gewöhnung. Manch einer sieht sich schon bei Iron Maiden am Ziel. Andere hingegen zieht es bis zum gefühlten Zenit des Brutal Death. Von dort aus gähnen viele nur noch müde, demonstrieren Bands des Kalibers In Flames ihre Härte. Hat man jetzt nicht alles schon gesehen? Was soll auf dem Level noch erstaunen? Vielleicht eine kanadische Band namens "Beneath The Massacre"? Die 2004 gegründete Kapelle hätte mit ihrem bereits dritten Longplayer "Dystopia" jedenfalls das nötige Potenzial. Ähnlich wie beim Erscheinen von Origins "Echoes of Decimation" könnten sie in der Szene tatsächlich mal wieder für offene Kinnladen sorgen. Ihr Konzept ist dabei so einfach, wie vielversprechend: Brutal muss es sein und schnell! Die Umsetzung der Grundausstattung gestaltet sich erwartungsgemäß simpel. Man nehme eine saubere aber nicht zu klinisch wirkende Produktion und lasse Drummer Justin Rousselle drauf los prügeln, als wäre ihm der Teufel persönlich auf den Fersen. Dazu addiere man das angepisste Grunzen des Fronters Elliot Desgagnés. Allein durch diese Zwei erhält das Projekt schon die Bezeichnung "brutal". Brutal ist nett, aber nicht genug! Wirklich extrem wird es, haut man jetzt noch Klampfer Christopher Bradley und Bassist Dennis Bradley in den Topf. Beide hacken sich nämlich so fingerfertig durch ihre 32 Minuten Spielzeit, dass einem der Herzrhytmus komplett austickt. Was einem hier an Riffing dargeboten wird, entzieht sich beinahe schon dem Bereich des Erkennbaren. Hat man da kein Fell aus Stahlwolle, fühlt man sich bei dieser Schlägerei zwischen Technik und Rasanz augenblicklich enorm gehetzt. Kein Wunder, dass die einzeln eingestreuten Groove-Parts irgendwann wie Inseln der Ruhe erscheinen. Riffs in Kolibiri-Flügelschlag-Frequenz sind eine Sache, Songwriting ist eine andere. Abgesehen vom Handwerklichen sucht man vergeblich nach Überraschungen oder auch nur gut ausgedachten Parts. An dieser Stelle werden aus einer Hörerschaft möglicherweise zwei Parteien. Der "Wow, ist das krass!"-Moment mag bei Vielen für die Band sprechen. Fehlende Langzeitfreude, und uninspirierte Songstrukturen tun es hingegen anderswo nicht. Man fragt sich, was die Jungs mit ihren Fähigkeiten und wirklich geilen Songs hätte schaffen können und hofft im gleichen Atemzug auf ein mutigeres Nachfolgewerk. Technik allein macht leider nicht glücklich. Zumindest nicht Jeden!