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"What is that?! A Twisted Sister pin on your uniform?!!" Welch ein Segen, dass die Spaß-Schock-Rocker der 80er, die allesamt auch "normale" Jobs haben, weiterhin internationale Bühnen betreten. Nun könnte man sagen, die großartigen Songs von Twisted Sister kann man doch an einer Hand abzählen. Dem halte ich entgegen, dass diese fünf Songs allesamt Hardrock-Hymnen mit Kultstatus sind. Wie viele Bands haben das geschafft? Doch es sind noch mehr. Wenn wir von "The Kids Are Back", "Burn In Hell", "You Can't Stop Rock 'N Roll", We're Not Gonna Take It" und "I Wanna Rock" sprechen, dann können wir gleich noch "Destroyer", "Under The Blade", "Shoot 'Em Down" und "I Am, I'm Me" nennen. Nicht zu vergessen die Megaballade "The Price".
Damit sind wir bei zehn. Die Setlist besteht aus 16 Songs, und die restlichen sechs sind durchaus nicht schlecht. Vor allem live, denn da muss man das Gesamtpaket Twisted (motherfuckin') Sister bewerten. Dee Snider ist der König der Rock'n'Roll-Frontproleten. Im Sommer habe ich das New Yorker Glam-Metal-Paket endlich zum ersten Mal live erlebt. Das war noch besser als auf sämtlichen Live-Alben und -DVDs, die ich zuvor gesichtet hatte. Und obwohl auf dem Festival u.a. Motörhead, Def Leppard, Journey und meine Lieblingsband Kiss spielten, war Twisted Sister das Highlight. Ich habe selten bei einem Konzert so gelacht wie dort, als Dee Snider die Fans beschimpfte, die an der gegenüberliegenden Bühne schon eine Stunde früher auf Whitesnake warteten: "The show is over here, you stupid motherfuckers!" Wer ihm sowas übel nimmt, hat nichts kapiert.
Im altehrwürdigen Astoria haben die "Eintagsfliegen" (O-Ton Bruce Dickinson) nach "Live At Hammersmith" ihr zweites Konzertalbum in London aufgezeichnet. In der Hauptstadt genießen sie offenbar besonderen Kultstatus und werden jedes Mal gefeiert. Davon kann man sich auf der DVD noch besser überzeugen. Wie üblich kulminiert die Show mit "S.M.F." und Sniders Tiraden. "If being a sick motherfucker means I'm not a Johnny Bravo disco asshole, than I'm a sick motherfucker. I'm a sick motherfucker for life. Have we got any sick motherfuckers here tonight?" Die Antwort kommt unisono. Twisted Sister werden nie einen Grammy für ihre Musik gewinnen, aber wenn es einen Preis für die besten Sprüche auf der Bühne gäbe, die Band hätte ihn zigmal in Folge verdient gehabt. Über den Parental-Advisory-Sticker können Snider und Co. nur lachen.
Schade ist nur, dass die Setlist bis auf drei Nummern exakt dieselbe ist wie vor 24 Jahren und "Captain Howdy" wieder fehlt. Vorwerfen kann man der Band auch, dass sie es immer noch nicht für nötig hält, das unterbewertete Album "Love Is For Suckers" zu integrieren. Den Titelsong oder "Wake Up The Sleeping Giant" vermisse ich hier. Davon abgesehen ist "Live At The Astoria" bestes, authentisches Hardrock-Entertainment. Nur selbst dabei zu sein ist noch besser. Wem es nicht gelingt, einen der rar gesäten Auftritte in Europa vorort mitzuerleben, der ist mit dieser unterhaltsamen CD/DVD-Kombination bestens bedient. Die Adventszeit beginnt in Kürze und "A Twisted Christmas" läuft auf Dauerrotation. Unterm Weihnachtsbaum liegt dann hoffentlich "Live At The Astoria". Also artig sein!
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