Das Intro des achtminütigen Openers "Eye of the Storm" macht durchaus schonmal neugierig auf das, was da vom Album "Sovereign" noch so kommen mag. Instrumental legen die vier Mannen von Black Reign schonmal gut vor. Dem nachgeschoben wird aggressiver Lead-Gesang, der vor allem deshalb interessant ist, weil er sich zwischen professionell und unausgegoren bewegt. Richtig, das ist eine sehr seltsame Mischung. Treibende Riffs und Drums lassen beim Hörer das Gefühl entstehen, dass sich die Musik stetig nach vorne bewegt, als wolle sie vor dem Gehör fliehen. Der Gesang, der bisweilen auch leicht episch anmutet, nimmt dann meist wieder etwas Tempo aus der rasanten Fahrt - langweilig wird es also schonmal nicht, denn für Abwechslung in der Songstruktur ist gesorgt. So wie Black Reign zwischen langsam und schnell hin und her wechseln, so wechselt die Grundstimmung auch unentwegt zwischen Trash und Heavy. Bei beiläufigem Hinhören wirken die Songs recht schlicht, wer das Ohr aber dichter an die Boxen hält, entdeckt oft ein bisschen mehr als er vermutet hätte. Freche Lines für zwischendurch steigern bei aller Aggressivität zudem auch den Spaßfaktor. Wie es sich aber leider oft mit der Abwechlung verhält, gibt es von allem ein bisschen und nicht das richtig Brett. In der Summe fehlt es etwas an der Dichte, denn wer bewusst folgen will wird schnell überfordert. Besser wäre es vielleicht gewesen, ein schnelles und ein langsames Stück zu bringen, als beide Aspekte im selben Song zu verarbeiten. Auch an der Gesangs-Qualität in den melodiösen Abschnitten lässt sich noch arbeiten. Bisweilen lässt Frontmann Michael Demov auch den einen oder anderen schrägen Ton verlauten. Trotzdem ein Album, das mit Parts wie beispielsweise dem Riff zu "Succubus" für einige Freude sorgt.