And One.... Niemals traf dieser Bandname besser zu. Noch eins - und zwar von Bodypop. Diesmal allerdings in der anderthalbfachen Version. Natürlich geben sich And One nicht mit 5 schnöden Remixen ihrer Stücke oder ähnlichem zufrieden, sondern hauen lieber komplett.....sagen wir: "anderes" Material heraus. Offensichtlich schien Mastermind Naghavi zu denken: Was Atrocity kann, können wir schon länger, und außerdem haben WIR aufgrund unseres musikalischen Backgrounds auch jedes Recht dazu. 80er Jahre - Klassiker zu covern ist nun ja nicht mehr wirklich originell. Davon hat mittlerweile jeder was im Programm. And One aber haben all diesen Bands, egal ob Atrocity, Northern Kings, The Crüxshadows oder To/Die/For eines voraus: Bei ihrem Elektropop klingen die Originale zwar natürlich auch verändert, aber im Gegensatz zu den vorgenannten Bands entspricht die Grundstimmung der Stücke dem Geist der Originale, die in den 80ern, eben weil sie sind wie sie sind, zu Klassikern wurden. Hinzu kommt noch, dass die neun Stücke in besonders dynamischen Liveversionen vorliegen. Aber nur neun Stücke würde ein Album nicht füllen, und so gibt es neue Stücke - von denen besonders das wunderbare 'Paddy Is My DJ' herausragt und dazu gibt es ein paar Urversionen bereits veröffentlicher Stücke mit stellenweise diametral entgegengesetzen Stimmungen. Das Hauptaugenmerk liegt allerdings logischerweise auf den Coverversionen, und die Auswahl hat sich gewaschen. Hier lohnt es sich, einfach mal aufzuzählen, was da dabei ist und den Rest übernimmt dann der Kopf und danach das Ohr: 'The Sun Always Shines On TV', 'Big In Japan', 'Only You', 'It's A Sin', 'The Great Commandment', 'Smalltown Boy', 'Blue Monday', 'True Faith' sowie Erasure's 'Sometimes'. Ja, da ist tatsächlich Pet Shop Boys' 'It's a Sin' dabei, der wohl größte und beste Elektropop-Song aller Zeiten, der von den Crüxshadows auf perverseste Art massakriert wurde und dessen Covern sich selbstredend genauso verbietet wie das Verfilmen von 'Der Herr Der Ringe'. Nun, was Peter Jackson für eben genannten sind, sind And One für 'It's A Sin': Sie haben es tatsählich hinbekommen, dass man sich NICHT mit Grauen abwendet. Und das ist wahrhaftig eine Meisterleistung. Die anderen Stücke sprechen für sich, einen Ausfall gibt es selbstredend nicht und auch geneigte Hasser des hibbeligen Elektropops sollten diesem Album wenigstens eine Chance geben. Es lohnt sich wirklich!