Die Musik des schrulligen Trios aus Finnland genießt man, laut der Band, am besten in Verbindung mit Alkohol, Frauen und Autos. Klingt prollig, ist aber so. Die Jungs wollen keine musikalische Revolution starten und schon gar nicht die Welt verändern. Spass soll die Musik machen und das tut sie auch. Staubtrocken fegen die zwölf Tracks durch und lassen dabei vielleicht etwas Innovation vermissen. Das soll aber nicht als Kritikpunkt angeführt werden, denn dieser Sound soll mitreissen und nicht überraschen. Vielleicht wurde die CD ja an den Falschen verteilt, denn ich sehe weit und breit keinen Grund zu monieren. Ein durch und durch gelungenes Album. Es gibt deftige Hausmannskost, die durchaus an die musikalischen Einflüsse wie Alice In Chains und Fu Manchu erinnert. Vom trägen und schweren Gitarrenriff im Opener 'Over The Top' bis zum schnellen 'Pink Sneakers' ist alles dabei, was das Stoner-, Garage- und Grunge-Herz begehrt. 'Bigger Than Jesus' ist einer der besten Rocksongs, den ich seit langem gehört habe. Große Songs brauchen große Lyrics, erklärte mir Bassist Z Rivers, daher der Titel des Tracks. Vor allem gesanglich ist die Nummer ein Meisterstück. Wenn Jack Knight losheult, kriegt man beinahe eine Gänsehaut und verliert sich komplett in der Musik. 'Roadkill' ist der ambitionierteste Song auf der Platte. Ein ruhigeres Stück, das von einem großartigen, bluesigen Riff getragen wird, mit einem feinen Refrain, dem der Sänger seinen unverwechselbaren Stempel aufdrückt. 'Pour Hommes' bezeichnet die Band scherzhaft als ihre Abschlussarbeit für die 'Stoner-Rock-Akademie'. Klingt sehr nach Kyuss, ohne zu kopieren und den eigenen Charme zu verlieren. Klasse. 'Suecide' ist einer der ältesten The Bluestation Songs überhaupt. Er stammt aus dem Jahre 2002 und war eigentlich schon für das Debüt 'First Blood' eingeplant. Damals funktionierte er aber nicht so, wie es sich die Band vorstelle. Endlich hat's geklappt und fertig ist der klassiche 70's Rocksong, der nach musikgewordenem V12-Motor klingt. 'Boner' ist der erste Titel, den die Band jemals geschrieben hat. Er ist fester Bestandteil des Livesets und wird immer als letzter Song gespielt. Ein richtigter Rausschmeisser. 'Way Back Home' ist eine Hommage an die 60's Rockband Free, die die Finnen sehr schätzen. Achtet man auf die Songtitel möchte man vermuten, dass sich die Finnen gerne einen Spass erlauben und sich dabei selbst nicht zu ernst nehmen. Die aufgemotzte Bandgeschichte ist ein weiteres Anzeichen dafür und das Cover, das die Band mit Jagdgewehren zeigt, soll wohl den Eindruck erwecken als hätte man es mit Südstaaten-Rednecks zu tun. Im Zusammenhang mit der Musik erschließt sich das Gesamtbild. Alles nicht so bierernst nehmen, Leute! Ein gutes Album, das mit Sicherheit nicht im CD-Regal anstauben wird. Das werd ich mir noch öfter reinziehen. Jedem, der etwas für guten Rock übrig hat, sei diese Band wärmstens und ruhigen Gewissens empfohlen. Kauft euch die CD, besorgt euch ein Sixpack und reisst die Boxen auf!