Erfrischend, fast schon melodisch, zumindest für der den Bereich Thrash Metal klingt das Zweitwerk von Blood Tsunami. Beim Blick auf die Titelliste erschrecke ich kurz. Nur sieben Titel? Ich habe doch Thrash und keinen Doom Metal bestellt. Richtig, trotzdem stecken in 'Grand Feast For Vultures' 51 Minuten Spielzeit. Die beiden Schlusstracks mit jeweils über zehn Minuten reißen es eben raus. Seit dem Vorgängeralbum 'Thrash Metal' hat sich nicht sonderlich viel getan. Im Line-Up gar nichts und musikalisch klingen die vier Norweger vielleicht noch etwas runder, deswegen aber nicht harmlos. Den Auftakt macht 'Castle Of Skulls', der gelingt mit ordentlich Tempo und Aggressivität und was nachfolgt, steht dem Opener in nichts nach. Das Schlagzeug bollert heftig, hält sich freundlicherweise aber von der Lautstärke her eher im Hintergrund. Das Riffing macht der beiden Herren an den Gitarren macht ordentlich was her, ist ideenreich und bietet dem Hörer einen Anhaltspunkt, den die Growls und Shouts von Sänger und Gitarrist Pete einfach nicht bieten können. Das abwechslungsreiche Songwriting gleicht diese Schwäche aber aus. Der Verlauf des Albums macht etwas stutzig. Zwei anständige Tracks zu Anfang, dann wird für zwei Nummern das Gas rausgenommen. 'Laid To Waste' fährt zwar ein gemütlicheres Tempo, gehört aber zu den wertvollsten Stücken des Longplayers und darf auch als Highlight bezeichnet werden. Der Titeltrack 'Grand Feast For Vultures' ist tatsächlich ein echtes Fest für Geier, Thrash-Liebhaber kommen hier für drei Minuten auf ihre Kosten. Das wars dann aber schon, denn was sich die vier Jungs aus Oslo bei den zwei letzten Nummern gedacht haben, will sich mir nicht ganz erschließen. 'Horsehead Nebula' ist eine zwölfminütige, kleine Sinfonie, die zwar etwas heroisch klingt, die großen Melodien fehlen aber. Wechsel von Rhythmus und Feeling halten zwar bei Laune, der Frickelteil in der Mitte will aber auch dank spielerischer Ungenauigkeiten nicht recht gelingen. Das abschließende 'One Step Closer To The Grave' kommt recht doomig und episch daher, Vocals gibts auch wieder und bekommen durch das schleppende Metrum eine ganz neue Wirkung und Berechtigung. Nach 'Thrash Metal' hätte man sicher anderes erwartet, doch steht es einer Band auch zu, sich zum einen nicht auf ein Genre festnageln zu lassen und außerdem steht es ihr zu sich zu entwickeln. 'Grand Feast For Vultures' - ein Ausbruchversuch?