Irgendwann haben einige Musiker, die meisten davon wohl amerikanische Punks, den Country entdeckt. Die traditionellste aller amerikanischen Stilrichtungen wurde daraufhin mit den Elementen von Punk, Rock und manchmal sogar Metal vermengt. Die daraus entstandene Musikrichtung 'Alternative Country' spricht Freunde des alteingesessenen Country genauso an wie alle Billies, Punker und jeden, der Musik mag, die nicht unbedingt zum Denken anregt, sondern einfach nur aus Spaß an der Freude existiert. Big John Bates hat sich gedacht: Pah, was die können, kann ich auch. Und ich gehe sogar noch einen Schritt weiter. Zu den Grundfesten des Rockabilly und des Country, die die Strukturen der Songs bestimmen, addiert Big John Bates so gut wie alles, dessen er habhaft werden konnte. Mit einer Menge Blues im Blut - seit jeher eine der wichtigsten Zutaten für guten Country, hier aber weiter im Vordergrund - haut Big John Bates mit jeder Menge Spielfreunde Songs heraus, die klingen, als könnte man sie auch mit einer klassischen Big Band der 50er Jahre interpretieren. Die tiefe, leicht glucksende Stimme gibt der Mucke den Rest um sich irgendwie zeitversetzt zu fühlen. Die weibliche Backgroundstimme erweckt Bilder von vor Mikrofonen hüftschwingenden Damen im langen Glitterkleid. Fürs Hüfteschwingen sind hier übrigens eher die Voodoo Dollz zuständig, denen - immerhin stehen sie ja im Bandnamen - mehr Bedeutung zukommt als ein paar schnöden Tänzerinnen. Die Burlesque, die die Damen bei jeder Show aufführen gehört genauso zum Gesamtkonzept wie die Musik. Heraus kommt dabei nicht nur Mucke für den nächsten Quentin Tarantino - Soundtrack, sondern einfach jede Menge guter Unterhaltung. Klanggewordene Show!