Norwegen - das Land der Fjorde und Fjells, das Land der Mitternachtssonne und der Trolle, das Land von Metal und Jazz. Ja, richtig. Gerade in diesen beiden Ecken machen doch die Norweger öfters von sich reden. Nach drei Jahren melden sich nun die Progressive Metaller um BP und Agnete M. Kirkevaag alias Madder Mortem zurück. Ihr neues Album "Eight Ways" bewegt sich wie die Vorgänger auch mit Bravour zwischen Metal und Jazz. Oder eher in beidem gleichzeitig. Auf dem fünften Studioalbum des Vierers plus Frontfrau gibt es jede Menge an progressiver Musik. Das Ganze aber nur als Progressive Metal zu bezeichnen, wird dieser Musik aber nicht gerecht. Eigentlich handelt es sich um einen Metal-lastigen Crossover. Der Sound der Platte ist sehr natürlich. Gerade die Drums klingen sehr voluminös und, da ungetriggert, steckt da eine ganze Menge Dynamik in den ungedämpften Kesseln. Die Gitarren krachen roh oder geschliffen laut drauflos oder sind im nächsten Moment für die farbigen, sanft-dissonanten Harmonien mitverantwortlich. Während die Keyboards den Raum ausfüllen, aber nichts übertönen, thront über allem Agnetes Stimme, mal kraftvoll, warm und soulig, mal kopfig und engelsgleich. Die Platte bietet alles vom Jazz-lastigen, atmosphärischen Opener "Formaldehyde" bis zum gepflegten Kracher "Life, Lust & Liberty". Große Überraschungen gibt es nicht, aber jede Menge Details. In diesem Stil-Dschungel finden sich dann auch mal eine Mandoline und andere Folkelemente oder mal ein waschechter Shuffle und jede Menge mehr. Jazz und Metal, das sind frickelige Genres. Nicht bei Madder Mortem. Hier stehen gutes Songwriting, komplexe Strukturen und ausgefeilte Arrangements im Vordergrund, solistische Eskapaden gibt es nicht. Würde auch nicht passen.
Jazz ist nicht frickelig! Jazz ist Kunst!