Wie bei Vertretern des Singer-Songwriter-Genres üblich, rankt sich auch um Brett Dennens Werdegang eine gar rührende Geschichte. Er spielte sich zunächst an Camp-Lagerfeuern mit eigenen Songs, später mit ebendiesen und einer selbstgebastelten CD auf Touren durch Kaliforniens Coffe Shops in die Herzen der ihm gewogenen Zuhörerschaft. Namhafte Kollegen wie Jason Mraz und John Mayer wurden nach Veröfentlichung seines ersten Albums 'So Much More' auf ihn aufmerksam, das Rolling Stone Magazine adelte ihn und die Kritiker waren aus dem Häuschen. So weit, so nett, so gut. Jetzt liegt mit 'Hope For The Hopeless' Album Nummer zwei bei einer Vertreterin ebendieser Kritikerschaft auf dem Schreibtisch und schon der Pathos des Titels erweckt eine gewisse Abwehrhaltung. Aber da sich ein vernünftiger Kritiker nicht von durch pathetische Albumtitel hervorgerufenen Vorurteilen beeinflussen lässt, wagt er, respektive sie, sich in die Höhle des Löwen und geht über zur akustischen Analyse. Erste Assoziation: 'Mmmmmmmbop!' Denn Brett Dennens Stimme ist genauso nervig bis quäkend wie die der pubertierenden Hanson-Brüder. Eigentlich schade, denn der Sound an sich ist nicht verkehrt. Entspannte, selbstredend (akustik)gitarrenlastige Musik, hier und da von Streichern oder Klavier untermalt. Lagerfeuermusik eben, zum Würstchen grillen, Sterne gucken und unter freiem Himmel schlafen. Wenn einen denn diese Stimme nicht wie eine lästige Mücke umsurren und dadurch die ganze potentielle Lagerfeuerromatik zerstören würde... Auch die von Weltverbesserungsvorschlägen ('Heaven') und mehr oder weniger Binsenweisheiten ('People can be so cruel / They'll teach You / And treat You like a fool' - 'World Keeps Turning') geprägten Texte gehen einem schnell auf den Keks. Als Sahnehäubchen auf diesen ganzen im rosa Zuckerguss ertränkten Schmonzes hat Herr Dennen dann auch noch eine Weltverbesserungsorganisation namens 'Love Speaks' ins Leben gerufen. Amen. Wäre 'Hope For The Hopeless' ein Instrumental-Album, hätte es eine glatte 1+ verdient. Der Sound ist stimmig, erinnert oft an die artverwandten Kollegen aus den 70ern wie Cat Stevens und Co. und ist einfach der perfekte Soundtrack für eine laue Sommernacht. Wäre da nicht der oben erwähnte Rest, der einem leider Gottes ziemlich schnell die gute, entspannte Laune verdirbt. Vielleicht sollte sich Brett Dennen eine seiner Textzeilen zu Herzen nehmen: 'Take off your plastic halo', netterweise aus dem Song 'Wrong About Me'. Ein Schelm, wer hier 'Zynismus!' schreit...