Lange nichts mehr von Dirk Darmstaedter gehört und bis zur nächsten Platte von Sir Simon Battle dauert es wohl auch noch ein wenig. Wie soll sich nun der Indie-Folk-Fan die Zeit bis dahin vertreiben? Die Düsseldorfer Alex Amsterdam wollen mit ihrer EP 'The Die Is Cast' eine Alternative sein. Bis vor Kurzem war Alex Rosin noch allein mit seiner Gitarre unterwegs, wollte nun aber – laut eigener Aussage – 'endlich wieder rocken' und lässt sich neuerdings von einer Band begleitet. So klingt diese neue 4-Song-EP – im Gegensatz zum Debüt 'Stillness of a moment' – nun komplexer und voller. Die Platte begrüßt den Hörer mit dynamischen Gitarren, hie und da schleichen sich Conor Oberst-Streicher ein und geben den Songs einen folkigen Touch, ein majestätisches Coldplay-Klavier erklingt in 'Saviour'. Das macht Laune, auch wenn es nicht gerade nach nach Heavy Rotation schreit. Es kommt einem doch alles zu bekannt vor. Alex Amsterdam singen über Liebe und bleiben dabei auf dem Pausenhof-Niveau: She was everything for me / But now she's only history. Schön, wenn es sich reimt. Berühren kann man den Hörer mit solchen Versen dennoch kaum. Der Gesang klingt mehr nach einer schlechten Parodie von Dashboard Confessional, als nach dem Werk eines vielversprechenden Newcomers: Zu bemüht scheint Alex Rosin zu sein. Das Ganze erinnert zu stark an eine Superstar-Castingshow mit dem Motto Rock- und Popballaden. Die Songs bleiben im Kopf, Fahrstuhlmusik den ganzen Tag. Nicht besonders einfallsreich, geht aber auch nicht sonderlich auf die Nerven. Diese Mischung ergibt alles in allem: Belanglos. Bleibt zu hoffen, dass die Düsseldorfer eines Tages ihren eigenen Stil finden werden.