Wie steht es eigentlich mit der Herkunft von Black Metal Bands? Gibt es da im ungeschriebenen Szenecode einen Breitengradbereich, den man für die Trueness nicht verlassen darf? Können Südländer die Kälte einfangen, die durch die Musik vermittelt werden soll? Und spielt es eine Rolle wenn die Platte trotzdem rockt? Mit 'Devotion To Unholy Creed', ihrem zweiten Full-Length-Album der achtjährigen Bandgeschichte, rufen sich Burial Hordes aus Griechenland wieder zurück in Erinnerung. Mit einem schwer zu verdauenden Brocken Hochgeschwindigkeitsgeknüpple macht zumindest Schlagzeuger 'Impaler' seinem Namen alle Ehre. So ist man schon gleich zu Beginn gefangen im Bann der kompromisslosen Kakophonie, wie man sie nur beim Schwarzwurzel-Sound erfreulich finden kann. Bathory lässt grüßen. Nach gut der Hälfte der Platte wird zwar etwas an der Darbietung des Materials experimentiert, das Gesamtkonzept bleibt aber erhalten und lässt das Album wie aus einem Guss erscheinen. Dabei verfliegt das Überraschungsmoment jedoch im Fortschreiten der Spielzeit zunehmend und hinterlässt lediglich einen guten, aber keinen überragenden Nachgeschmack von Nackenschmerzen und Ohrensausen. Burial Hordes sagen, dass sie sich dank ihrer 'Hingebung zum unheiligen Glauben' einen Platz in der Black-Metal-Oberliga verdient hätten. Wenn das (wörtlich genommen) jedoch die einzige Aufnahmebedingung ist, dann wäre Tom Cruise wohl sicher auch mit von der Partie. Die neue Platte der Griechen hat das Potential sich zum Gelegenheitsgast am Schwarzwurzel-Stammtisch in Mamis Keller zu machen. Saubere Arbeit wurde geleistet, das Rad nicht neu erfunden, die Trueness gewahrt, die Schuldigkeit getan - der ganz große Vogel jedoch nicht abgeschossen.