Trotz fieser Mode, Neonfarben, gruseliger Frisuren und gelegentlich fragwürdiger Musik sind die Achtziger scheinbar nicht tot zu kriegen. Die Schulterpolster erleben derzeit ein nie geahntes Revival, einschlägig bekannte schwedische Modehäuser quälen einen mit fragwürdigen Farbkombis, der Vokuhila ist allgegenwärtig und auch die Synthiebeats sind scheinbar nicht auszurotten. Letzteres doch sehr zur Freude der Musikmachenden und -liebenden, da sich auf diesem Sektor in letzter Zeit doch einige gute Bands hervortun. Darunter auch die autoKratz, ein Elektro-Duo aus London, das uns jetzt mit seinem Debutalbum beglückt. Aufgenommen wurde die Platte beim französischen Elektrolabel schlechthin, Kitsuné. Die Leutchen dort haben unter anderem Acts wie Digitalism, Klaxons und Simian Mobile Disco zu verantworten. Mehr braucht man dazu ja wohl nicht zu sagen. 'Animal' braucht sich absolut nicht hinter diesen mittlerweile großen Namen zu verstecken. David Cox und Russell Crank liefern elektronische Delikatessen, die sich langsam aber sicher von den Gehörgängen über die Hirnwindungen bis in die Beine fräsen und da so schnell auch nicht wieder verschwinden. Unaufdringliche Basslines gepaart mit melodischen Hooks und eingängigen Beats stellen den perfekten Soundtrack für eine chillige Party am See oder andere relaxte Sommeraktivitäten dar. Dabei stört auch der Gesang nicht, der sich eher im Hintergrund hält. Unbedingte Anspieltips sind in jedem Fall 'Always More', 'Can't Stand Without' und 'Can't Get Enough'. Wessen Herz für Daft Punk, Underworld oder gerne auch Kraftwerk schlägt und hin und wieder eine Prise Kid Alex nicht verschmäht, wird an 'Animal' seine helle Freude haben. Auch wenn die Achtziger-Synthie-Welle sich gerade zu einem neuen Trend entwickelt, haben die autoKratz ihre Nische und ihren Sound gefunden. Und wer sich schon auf dem Glastonbury und Pukkelpop Festival die Ehre gegeben hat, kann nicht allzu viel falsch gemacht haben.