Kleines Land, große Musik. Liechtenstein kann schon aus rein demographischen Gründen nicht wirklich viele große Bands hervorbringen - woher sollen die ganzen Musiker auch kommen? Schön, das mit Black Sonic eine Band aus Liechtenstein möglicherweise in puncto Modernität und Originalität dem Rest des großen Europa mal zeigen kann, wo es langgeht. Obwohl, mit der Originalität ist das so eine Sache. Wenn man viele Zutaten, die altbekannt sind, mischt und dabei etwas Geniales entsteht, ist es dann legitim von Originalität zu sprechen? Oder ist das alles nur geklaut? Nein, geklaut nicht wirklich. Eher... reminiszent. Und davon gibts jede Menge, von den Reminiszenzen. Gleich das erste Riff des Openers 'Back' könnte genauso auch auf dem schwarzen Album von Metallica stehen, der Gesang ist leicht (aber nur sehr leicht) prollig angehauchter Hardrockgesang. Aber schon beim zweiten Track hat man das Gefühl, irgendwo Anfang der 90er Jahre in Seattle zu sein, Alice In Chains, Foo Fighters lassen grüßen. Es rockt an jedem Ende dieses Albums, und jede kleine Gitarrenmelodie erinnert einen an irgendwas (bei 'Some' hat wohl jemand zu tief in die Schwarzes-Loch-Sonne geschaut...), aber in der Gesamtheit hat dieses Album jede Menge Charme, Drive und Herzblut. Der Sound ist sensationell gut, modern mit einem Touch von Classic. Man könnte noch mit diversen Namen von Bon Jovi über Nickelback via Guns n' Roses bis zu The Rasmus um sich werfen und würde sicher immer ein Stück von '7 Deadly Sins' dabei treffen. Ja, selbst die Düsterrock-Fraktion wird mit Stücken wie 'The Game' bedient. Black Sonic haben hier ein modernes, dennoch klassisches (Hard-) Rock-Album abgeliefert, das erwachsen, ausgereift und sehr professionell herüberkommt. Sie machen Musik, der man sich mit bestem Willen nicht verschließen kann, und selbst notorische Hardrockhasser sollten mit einem objektiven Blick auf '7 Deadly Sins' feststellen, dass die Jungs das, was sie machen, äüßerst gut machen.