Was soll man von einer Band halten, die sich als Punk bezeichnen und ihren Plattenvertrag bei einer US-amerikanischen Reality Show gewonnen hat? So passiert bei Fall From Grace, die im letzten Jahr 7000 Bands ausstechen konnten. Nach soviel Durchsetzungsvermögen wundert es auch nicht, das Terry Date (Pantera, Deftones) und Greg Nori (Sum 41, Ludacris) das Debüt 'Sifting Through The Wreckage' produziert haben. Bereits ende letzten Jahres wurde das Album der vier Jungs Seattler in den USA veröffentlicht. Nun versuchen sie in Europa Fuß zu fassen. Nach einer ausgedehnten Tour, die sie unter anderem zusammen mit Alesana im letzten Mai und Juni nach Deutschland brachte, dürfte die Band Einigen bereits ein Begriff sein. Musikalisch bewegen sich die Songs des Albums zwischen schnellen Punkrock-Songs, poppigen Tanznummern, und vereinzelten klassischen Piano-Arrangements. Dabei wurde viel Wert auf eingängige Melodien und Parts zum Mitgrölen gelegt, wie die erste Single-Veröffentlichung 'Burned' gut zeigt. Nebebei erinnert der Gesang von Tryg Littlefiled besonders beim Song 'Wake Up My Friend' an die gute, irische Band 'Ash'. Etwas härter wird es bei 'Sorrow', wo Bassist Ken Olson auch mal ordentlich ins Mikro growled. Zum Abschluss gibt es noch ein leider etwas lahmes 'Pet Sematary'- Cover von den legendären Ramones, das auch durch das satte Gitarrensolo nicht überzeugen kann. Alles Songs sind natürlich perfekt abgemischt und ohne jeglichen Tadel, was die Tonqualität angeht. Was die weiteren Qualitäten angeht, muss sich jeder sein eingenes Bild machen. Vorab kann man sagen, dass dem Album intuitiv eine gewisse Note fehlt, der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. So reiht es sich zunächst nur in die Sammlung unbekannter amerikanischer Möchtegern-Punkbands ein.