Dass sich eine Band dem tiefen, brummenden Gitarrensound hingibt, ist heutzutage zu einer Seltenheit geworden, denn die meisten Musiker legen mehr Wert auf einen klar produzierten Sound als auf das Brummen eines Verzerrers oder Verstärkers im Hintergrund. Besonders im progressiven Metals, im Stonerrocks und im Sludgemetals spielt diese Art der Aufnahme eigentlich eine wichtige Rolle, da so ein individueller Sound entsteht, der die meist psychedelisch inspirierte Musik unterstreicht. Die bekanntesten Musiker dieser Art stellte die Band Floor, deren ehemalige Mitglieder (heute Torche) mit einer Vielzahl an Split- und Seven-Inch-Veröffentlichungen das Genre der Tiefdruckgitarren mit provozierten Feedbacks auf einen Höhepunkt trieb. Heute können noch einige Bands von Neurot Recordings und die Bands aus der Ecke des Dronemetals hinzugezählt werden, die versuchen, den gesamten Klang aus ihren Instrumenten und dem Equipment herauszuholen. Die aus Rostock stammenden Vertreter des Sounds sind Bad Luck Rides On Wheels, die seit ein paar Jahren bestehen und deren bekannteste Mitglieder aus den Grindcorebands Wojczech und Who´s My Saviour stammen. Mit ihrem '1st Album' veröffentlicht die Band ihr Debütalbum und zeigt, dass sie ebenfalls der Ästhetik des dröhnenden Sounds verfallen ist. Die Basis, auf der sich die Band bewegt, ist in jedem Song der Stonerrock, wobei sich ebenfalls andere Genreelemente daruntermischen. So beinhaltet zum Beispiel einige Songs Sludgeriffs und der letzte zitiert das dunkle Genre des Blackmetals, wobei hier und da mit psychedelischen Elementen und mit gemäßigter Doublebass gearbeitet wird. Die Verstärker sind in allen Songs natürlich voll aufgedreht und zwischen den ausklingenden Gitarrenparts ist dann auch das leise Brummen der Verzerrer zu hören, die somit einen angenehmen Sound schaffen. Die Band scheint Potential zu haben, da es sich bei Bad Luck Rides On Wheels um erfahrene Musiker handelt, die wissen, was sie für einen Sound spielen wollen. Jedoch hat das Genre Stonerrock mittlerweile an Brisanz verloren, was die Band mitbekommen hat und somit versucht eine Art Post-Sphäre um das Genre zu schaffen, wie es vor ihnen bekanntere Bands aus Washington oder Tokio vollzogen haben. Jedoch hält die Band weiter am Stoner fest und vergisst dabei ein weiteren notwendigen Schritt zu vollziehen, um aus dem fixierten Bild herauszutreten. So fehlt es Bad Luck Rides On Wheels an einem musikalischen Maximum und einem Gefühl des eigenen Sounds, was jedoch ausbaufähig ist. Die zusätzliche DVD beinhaltet fast alle Songs vom Album in einer Livesession und eine Imageshow, mit Livepics, wobei sich bei diesem Bonusmedium die Frage der Notwendigkeit stellt, denn außer der Band an den Instrumenten und einigen verzerrten Bildern gibt es auf der DVD nichts zu sehen. Das Beste der Band enthält die CD.