Ben Granfelt? Nicht unbedingt ein Name, der sofort bekannt ist. Doch das große Fragezeichen im Gesicht verblasst, wenn man erfährt, in welchen Bands Grafelt schon gespielt hat. Leningrad Cowboys zum einen, Wishbone Ash (allerdings nachdem diese lange ihren Zenit erreicht haben) zum anderen. All das schien dem Finnen nicht zu reichen, so gründete er Mitte der 1990er seine eigene Band, die Ben Granfelt Band. Mit der veröffentlicht er bis heute in regelmäßigen Abständen neue Alben, so auch 'Kaleidoscope'. Ein, um es vorweg zu nehmen, zunächst gewöhnlich wirkendes Rockalbum, dessen Mantra aber eingängige Songs sind. Und so mag 'Julie' zwar kein Kunststück für angehende Rock-Gitarristen sein, aber gerade diese Simplizität ist die Würze in der Suppe. Moderner klingt da schon 'Because We Can' und verdammt, Granfelt kann es. Gitarre spielen. Wieder so ein einfaches Riff, aber knackig. Und die Lead-Stimme dazu: Modern, mit Parallelen zu Modern-Rock-Gitarristen der Marke Vai, Satriani und sogar Jennifer Batten. 'Dead In The Water' stammt im Original von David Gray ('Babylon') und auch wenn Grafeld einen mittelmäßigen Song nicht zu einem Hit umschreiben kann, er macht die Nummer erträglich. 'Soul Searching', wieder ein Instrumental, zeigt Granfelt bei dem, was er kann. Gitarre spielen und das sehr geschmackvoll. Eine ruhige Nummer, trotzdem nicht langweilig, mit tollem Ton und guter Phrasierung. Daran beinahe übergangslos schließt 'This Soul Of Mine' an. Ein ruhiger Song und, man wagt es kaum anzusprechen, eine der schwächerin Nummern auf dem sonst starken Album. Mit dem rockigen 'You Ain't Got Nothing On Me' macht Granfelt diesen beinahe Frevel vergessen, mit 'Bright Lights And Dreams' huldigt er zudem gekonnt swingig den Blues. Seinen sahnigen, unaufdringlichen Tone und das weiche Vibrato lassen sich bei 'Lia', bevor die Scheibe viel zu schnell zu Ende geht, noch einmal bewundern. Ein wirklich starkes und ehrliches Alben hat Ben Grafelt auf den Silberling gezaubert, fernab von Kommerz. So singt er bei 'Make Up My Mind With My Heart' nicht ohne Grund 'When music becomes business, well, business knows no friends. Learn from my mistakes, so I can find myself again'. Mit dieser Visitenkarte werden weitere große Bands bestimmt bald bei ihm klopfen, wenn der Posten des Gitarristen wieder einmal vakant ist.