Der Exportschlager aus München will's wieder wissen. Ihr siebtes Album legen beNUTS nun vor, und weiter geht die Erfolgsstory mit ausverkauften Konzerten in Moskau und Tokio und Goethe-Institut-unterstützter Völkerverständigung in Rumänien. 'Molotov Offbeat' nennen die Bayern ihren Sound, den sie seit 1994 pflegen. Doch zumindest auf 'Shut Up And Dance' passt das nur begrenzt, denn explodieren tut hier kaum etwas. Schon das Hochglanz-Digipak kommt in einem seelenlosen Design daher und die meisten Songs begleitet ein flacher Sound. Sowohl in den Arrangements wie in der Produktion geben sich beNUTS so mainstreamig, wie Ska nur sein kann. Die Band macht bewusst auf Massentauglichkeit, versucht dabei aber, mit vorgeblich frechen Texten irgendwie noch herauszustechen. 'Die geschleckten Fernsehfressen, die kotzen dich nur an' ist wegen des angestrengten Gesangs ebenso wenig überzeugend wie 'Fuck this system made of lies' in einem anstrengenden Englisch. Augenfälliger sind da schon die Multikulti-Stücke des Albums. 'Mai Nichi' auf Kanji, dem arabischen 'Wa'lhamdu Li'llah' oder dem russischen 'Wodka Poesd' wurden auch musikalisch einige folkloristische Elemente verpasst, womit die Songs dem Album dann doch noch Einiges an Charakter zu verleihen vermögen. Vor allem mit der ganzen Latte von Allgemeinplätzen an Lebensweisheiten ist 'Shut Up And Dance' das Richtige für hippe, pubertierende und unerfahrene Ska-Kids. Für sie dürfte die Platte eine einzige große Party sein. Für alle anderen Ska-Affinen sind Bands wie die beNUTS zumindest immer für akzeptable Live-Unterhaltung gut.