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Legt die Ohren an, Belphegor sind wieder da! Nur 14 Monate nach 'Bondage Goat Zombie' stehen die österreichischen Marquis de Sade-Fans mit Album Nummer acht in den Startlöchern. Das vierte Album in viereinhalb Jahren, Respekt die Herren! Wer nun denken mag, Helmuth und seine Mitstreiter werfen uns alles zum Frass vor, was gerade so verdaulich ist, wird von 'Walpurgis Rites - Hexenwahn' eines Besseren belehrt.
Der Opener 'Walpurgis Rites' macht gleich zu Beginn keine Gefangenen und fegt wie ein Orkan über den Hörer hinweg (okay, fünf Euro ins Phrasenschwein, es stimmt aber!): fett produziert, starke Riffs, verdammt zackig und mit den typischen Belphegor-Melodien, welche die Band schon immer in die Nähe zur schwedischen Spielweise des Black und Death Metal gerückt haben. 'Veneratio Diaboli - I Am Sin' nimmt dann ein wenig Tempo raus, gibt den genialen Gitarrenmelodien mehr Raum und macht es sich auf Anhieb im nicht gerade kleinen Club der brillanten Belphegor-Songs gemütlich.
'Hail The New Flesh' neigt dann mit guter alter Morbid Angel-Gitarren-Schule und etwas tiefer gelegte Vocals eindeutig in die Death Metal-Richtung und schiebt gewaltig nach vorne. Natürlich ist dieser Eindruck auch der modernen Produktion geschuldet, wie man sie heutzutage recht einfach hinbekommt. Aber einerseits weiß man von Belphegor, dass sie diese Wucht auch live umzusetzen im Stande sind, und andererseits ergibt sich der mächtige Eindruck in erster Linie aus den gelungenen, unheimlich dicht und spannend inszenierten Songs.
Auch 'Reichswehr In Blood' (Slayer's 'Slaytanic Wehrmacht' lässt grüßen, nur nicht ganz so geschmacklos) knüppelt herrlich nach vorne und beeindruckt mit einem genialen, von fantastischen Gitarrenharmonien getragenen Finale. Definitv ein Kandidat für künftige Liveshows! Auch das enorm riffgewaltige 'The Crosses Made Of Bone' überzeugt auf ganzer Linie, bevor mit 'Der Geistertreiber' der ungewöhnlichste Song des ganzen Albums folgt. Schleppender Rhythmus, Gitarren, wie man sie auf jedem Rammstein-Album findet und dazu Helmuth deutscher Sprechgesang mit derb gerolltem 'R' - so nah an der Neuen Deutschen Härte waren Belphegor noch nie, und das schließt 'Bluthsturm Erotika' mit ein. Experiment gelungen, Abwechslungsreichtum gesichert - aber im Gegensatz zu den anderen Songs nutzt sich 'Der Geistertreiber' recht schnell ab.
Gut, dass mit 'Destroyer Hekate' danach gleich wieder die Wildsäue aus dem Stall gelassen werden und auf höchstem Niveau durch die Botanik gepflügt wird. Fast schon beschaulich beginnt dann 'Enthralled Toxic Sabbath', das im Folgenden mit schweren Doom-Riffs um die Ecken schleicht und anschließend mit überraschenden Tempowechseln und Black Metal-Ästhetik begeistert. Mit 'Hexenwahn - Totenkult' - eher ein schwelgerisches Outro zum vorherigen Song - wird ein Album beschlossen, das schon jetzt seinen festen Platz neben Meisterwerken wie 'Lucifer Incestus' oder 'Pestapokalypse VI' einnimmt.
Belphegor werden manchmal für ihre dick aufgetragene Okkult-Sado/Maso-Thematik belächelt. Doch einerseits ist die Beschäftigung mit diesem Feld alles andere als oberflächlich und andererseits kann kaum eine Band (von Behemoth mal abgesehen, deren Sound aber wiederum seine Eigenheiten hat) den Österreichern in ihrem Metier das Wasser reichen. Starke, variantenreiche Songs, grandiose Gitarren und stimmungsvolle Ausführung - all das bietet 'Walpurgis Rites - Hexenwahn' im Überfluss und zementiert damit den hart erarbeiteten Status der Band im Extrem Metal-Sektor.
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