Spätestens mit 'Rise of Brutality' brachten Hatebreed den Hardcore zum Metal zurück und veränderten die Musikwelt ebenso schlag- wie nachhaltig. Kurz darauf boomt eine neue musikalische Modewelle: Metalcore. Doch die Symbiose aus Hardcore und Metal ist weder Innovation, noch mit dem Begriff Metalcore gleichzusetzen. Dafür kamen Hatebreed schon mit 'Perseverance' eine ganze Dekade zu spät. Pantera perfektionierten die Gradwanderung zwischen den Genres schon 1992 mit 'Vulgar Display of Power'. Doch beide Bands haben eines gemeinsam: Sie orientieren sich nicht an musikalischen Trends. Ihre Eigenständigkeit und stetige Weiterentwicklung stellen Hatebreed mit ihrem selbstbetitelten Longplayer ein weiteres Mal unter Beweis. Schon allein aus diesem Grund sollte man die Herren um Frontmann Jamey Jasta nicht in die Metalcore-Schublade packen. Im Vergleich zu den vorrangegangenen Alben ist der Metal-Anteil deutlich gestiegen. 'Hatebreed' ist mit sicherlich das technischte und vielseitigste Werk der fünf Amerikaner. Schon der Opener zeigt sich ebenso kraftvoll und energiegeladen wie man von der Truppe gewohnt ist, klingt aber trotz des typisch-markanten Bandsounds ungemein frisch und unverbraucht. Metallische Riffs verschmelzen mit Hardcore-Shouting und einprägsamen Chorus zu einem explosiven Gebräu. Der Vorzeige-Song 'In Ashes They Shall Reap' paart eindringliche Parolen mit treibenden Stakkato-Riffs und Double-Bass-Salven, aber lässt dennoch Luft für cleane Vocalparts. Mit dem schleppenden 'Undimished' beweist das Quintett, dass auch Melodiegespür, atmosphärischer Spannungsaufbau und eine amtliche Leadgitarre zur Bandbreite gehören. Mit ganzen 14 Tracks vieleicht etwas langwierig, aber durchweg anspruchsvoll und überraschend abwechslungsreich prügeln sich Hatebreed in gewohnter Präzision durch ihren aktuellen Silberling. Kurz und bündig: Ultratight, kraftvoll, einfallsreich und somit durchweg empfehlenswerte Kost für Anhänger unterschiedlichster Genres.