So mancher Folk-Nerd mag auf Andrew Vladeck schon durch die traurig-schönen und kauzigen Machenschaften von The Honey Brothers gestoßen sein. Aber bereits 2004 debütierte er solo, was aber anscheinend ein nettes Nebenprojekt der Abwechslung wegen blieb, denn immerhin dauerte es ganze fünf Jahre, bis mit 'The Wheel' sein zweites Solo-Album entstand. Darauf stellt Vladeck der obligatorischen Gitarre wieder Banjo, Ukulele, Harfe, Orgel und Akkordeon zur Seite und zaubert mit einem meist geradlinigen 4/4-Backbeat stimmungsvollen Country-Folk, der Bob Dylan seine Hochachtung erweist, zwischendurch aber auch mal John Lennon seine Aufwartung macht ('I Want You Near'), zum Blues rüberschielt oder mit leicht psychadelischen Einlagen hantiert ('Chinatown'). Seinen ungewöhnlichen Ruf hat sich der Musiker aus New York City allerdings erspielt, weil er die alten Helden nicht schlicht adaptiert, sondern mit Verstärker und Effektpedal dem angestaubten Folk-Genre neue und gänzlich eigene Tendenzen verpasst. Die Stimme Dylan-like, erzählt Vladeck seine Geschichten eher, als dass er sie singt, verarbeitet lautmalerisch und ausdrucksstark die scheinbar trivialen Ereignisse im Leben zu so einfachen wie frappanten Lebensweisheiten, wie 'You can go to China, you can go wherever you think will do / but you're not gonna find hapiness unless you bring it with you' oder 'Eye for eye, tooth for tooth / might take you closer to the truth / But what's the use, you won't see it or taste it'. Tradition und Moderne werden hier mit Leichtigkeit verknüpft, und somit klingt Andrew Vladeck wie seine Heimat, der melting pot NYC - amerikanisch im besten Sinne.