Ein Blick auf die Aktivitäten zweier Converge-Mitglieder zeigt, warum es drei Jahre gedauert hat, bis das neue Album der Band aus Massachusetts fertiggestellt wurde. Nate Newton, der in mehreren Nebenprojekten Gitarre spielt, veröffentlichte in diesem Jahr das zweite Doomriders-Album, während Kurt Ballou in der Szene mittlerweile als ein Steve Albini des extremen Sounds gehandelt wird. Somit scheint es nicht verwunderlich, dass sich Ballou auch beim neuen Album nicht die Zügel aus der Hand nehmen ließ und 'Axe To Fall' produzierte. Im Vorfeld der Veröffentlichung gaben Converge bekannt, dass eine Vielzahl an Gastmusikern und Produzenten (unter anderem Fred Estby von Dismember) das Album begleiten wird. Der erste Song wurde hingegen ohne das Mitwirken eines Freundes aufgenommen. Bei 'Dark Horse' wird die Converge-Maxime, jedes Album progressiv erscheinen zu lassen, bestätigt und die Geschwindigkeit der gespielten Gitarrenriffs nimmt zu und erinnert an die Schnelligkeit von Speedmetal. Das wird nach einer minimalen Pause mit dem Einsetzen der Doublebass und thrashigen Gitarrensoli gesteigert, um danach den bekannten, schrägen Chaosriffs zu verfallen. Die nächsten beiden Songs rauschen ohne Pause am Hörer vorbei. Dieser findet sich verdattert erst im fünften Song wieder, der mit schleppendem Tempo und schiefen Gitarrenriffs einen Moment der Ruhe bietet. Dieser wurde ebenfalls ohne einen Gastauftritt aufgenommen und zeigt damit die Chaosseite, für die Converge als eine der Begründerbands stehen. War Shouter Jacob Bannon im ersten Song nur während des 'Refrains' zu hören, so übernimmt er in den restlichen Songs die Vocals. Eine Ausnahme stellt der Song 'Cruel Bloom' dar, denn auf diesem stammt das Songwriting und der Gesang von Steve von Til (Neurosis). Dieser Kontrast ist ein weiterer Höhepunkt: Wie auf dem vorherigen Album gibt es progressive Songs, die mit ihrer Ruhe den Gedanken aufkommen lassen, dass Converge auch mit dieser Art von Musik Erfolg haben könnten. Mit vielen Gastauftritten vereinen Converge ihren Freundeskreis und lassen Einflüsse, wie auch Beeinflusste, an ihrem Projekt teilhaben. Zum einen schließt die Band damit den Kreis der Musik und bewegt sich zum anderen weiter vorwärts. Mit Schnelligkeit und Chaosparts gehen sie einen altbekannten Weg, jedoch setzen sich Converge damit am Rand des Extremen fest. Somit gibt es keinen Zweifel daran, dass diese Band auch nach Jahren immer noch großartig ist.