Pünktlich zum Ende der Dekade blicken auch Black Rebel Motorcycle Club zurück und liefern eine opulente Leistungsschau, die sie dort einfängt, wo sie am besten sind: Auf der Bühne. Leider übernahm man auch eine pseudo stylische Schwarz-Weiss-Optik, sowie den Hang zum verhuschten Mäandern und pendelt wild zwischen Perspektiven und Städten. Wobei wir beim alten Problem der Band wären: Der Fokus. Intensität besitzen die Herren fraglos, was ihnen allerdings fehlt ist das Geschick diese auch gewinnbringend anzuordnen. Was Jahrzehntrückblicke nämlich auch mit sich bringen sind Um- und Neubewertungen von Platten, die man eigentlich lieb gewonnen hatte. Im Falle von BRMC muss ich jedoch zugeben, dass man sich von der Stärke der Singles vielleicht ein wenig zu bereitwillig ins Labyrinth von Alben locken ließ, welche die Tendenz hatten, in der zweiten Hälfte auszufransen und… man kann es kaum anders sagen… zu langweilen. Das untypische 'Howl' ist die glorreiche Ausnahme, aber sowohl das Debut, als auch 'Take Them On' und 'Baby 81' hätte es extrem gut getan, wenn man sie einfach mal um jeweils 15 Minuten gekürzt hätte. Weshalb ich zum Beispiel The Raveonettes nach wie vor sehr gerne, BRMC jenseits von 'Howl' dagegen nur noch beruflich höre. Da die Amerikaner live immer grandios waren, könnte man meinen, dass es ein leichtes wäre, dies adäquat einzufangen. Irrtum! Fehler Eins: Anstatt eine komplette Show zu dokumentieren, pendlen die Aufnahmen zwischen drei Städten; Berlin, Dublin und Glasgow, was bei der DVD stark auf Kosten der Atmosphäre geht. Fehler Zwei: Die Audio-CD, bei der man sich fragt, wer bitte sich das zuhause anhören sollte. Und: Warum? Fehler Drei: Die Bonusfeatures, welche im Trüben fischen, man erfährt letztendlich nichts über die Band und ihre Motivationen. Alles in allem bleibt alles beim Alten: Ein Menge Lärm um recht wenig. Und wenn man sieht, dass das im März erscheinende neue Album 'Beat The Devil's Tattoo' schon wieder mit dreizehn Tracks aufwartet, scheint sich daran so schnell nichts zu ändern. Schade eigentlich!