Wenn Bandname, Albumtitel und Cover derart martialisch anmuten, hat man auch in Bezug auf den Sound eine gewisse Erwartungshaltung: zornige Gitarren, aggresiver Gesang, treibendes Schlagzeug. Irgendetwas in dieser Art eben. Aber was einem Max Lewis und Mirza Ramic auf 'Matador' darbieten, hat mit alledem rein gar nichts zu tun. Schon der Opener 'Orly' droht einen einzuschläfern. Ein kurzes, vor sich hin plätscherndes Instrumental. Und in etwa diesem Stil soll es dann auch weiter gehen. Säuselige Elektrosounds, hier und da mit einer leisen Gitarre akzentuiert und von sphärischen, im Hintergrund gehaltenen Gesangsparts untermalt. Stellenweise ein paar Pianoklänge, so gehört bei 'The Architekt', im Promotionflyer dramatisch als das Schlüsselstück des Albums hervorgehoben. Vielleicht wegen dem exzessiveren Säuseln mit Plätschereinlage? Man kann es nur vermuten. Egal, welchen Track man sich anhört - alles klingt irgendwie gleich. Keine spanneneden Elemente, keine Überraschungen, keine Abwechslung. Das ganze Album ist vorhersehbar. Da helfen auch die reihenweise auftretenden Gastsänger wie Tom Brosseau (Fat Cats), Philip Jamieson (Caspian) oder Mona Elliott (Travels) nichts. 'Matador' ist eine Ode an die Monotonie, die Musik gewordene Winterdepression. Wer dafür einen Soundtrack sucht, wird hier auf jeden Fall fündig. Allerdings wird selbst der hartgesottenste Fan der leisen Klänge und Chill-Out Töne spätestens bei Track vier entnervt die Stoptaste drücken. Was zu viel ist, ist zu viel.