'Hellbilly Deluxe 2' - treffend. Und Rob Zombie ist mit seiner gnadenlosen Filmaffinität der einzige, der ein Album mit einem Fortsetzungs-Titel, der auf '2' endet, machen darf. Auch wenn er sich, soviel vorneweg, mit dem Titel, der sein neues Album in direkten Bezug zu seinem Klassiker stellt, etwas verhoben hat. Rob Zombie thrasht immer noch mit schrägsten Inhalten, jeder Menge Trash (ohne H!) und genauso viel Verweisen auf jede nur erdenkliche Art von B-Filmen. Absurdidäten, Obszönitäten und Kult in Texten und Titeln werden von einer nochmals ausgereifteren Musik begleitet, die für einen Künstler mit einem halbwegs populären Bekanntheitsgrad ganz schön schräg ist. Ein 100-prozentiges Upgrade zu 'Educated Horses'. Ein bisschen Marilyn Manson, jede Menge Rock, Thrash und schrägste, progressive Zwischenparts werden mit fiesen Gitarrensoli, Mitgrölrefrains und jeder Menge Soundsamples zu einem Panoptikum an Skurrilitäten vermengt, das seinesgleiches sucht. Am stärksten ist Rob Zombie mit seinem Psychorock allerdings dann, wenn die Stücke geradlinig und eingängig stampfend sind wie die Single 'Sick Bubblegum' oder der Opener 'Jesus Frankenstein'. Der Fake Teaser Trailer von 'Werewolf Women Of The SS', den es in der Langversion von 'Grindhouse' zu erleben gab bekommt ein genial rockendes musikalisches Denkmal - in der Hoffnung, dass daraus ebenso ein echter Film werden wird wie aus 'Machete' (der übrigens ähnlich geartet von Tito & Tarantula auf ihrem Album verewigt wurde). Die gesammelte trashfilmende Entourage von Quentin Tarantino hat also ganze Arbeit geleistet. Rob Zombie schafft es also auch auf 'Hellbilly Deluxe 2' wieder - und sogar noch besser als auf 'Educated Horses' - seinen Psycho Thrash Rock umzusetzen. Egal ob mit den Akustikgitarren und dem geisteskranken Klavier von 'Cease To Exist' oder den Industrial Rock-mäßigen, epischen Keyboards und sogar Orchestereinsätzen von 'The Man Who Laughs' - Rob Zombie ist niemals langweilig, immer schräg und für jede Menge Spaß gut. Hier und da flippt er allerdings etwas zu sehr aus und übtreibt es, wie zum Beispiel bei dem sinnlosen Drumsolo bei 'The Man Who Laughs' oder auch der pseudocoolen Langweilerei von 'Dream Factory'. Ein gutes Album, ja. Aber es könnte insgesamt noch weit besser sein - leider! Dennoch, seine Musik ist genauso gut wie seine Filme - und das will in Zeiten von ebenfalls in beiden Lagern beheimateten Anti-Künstlern wie Jennifer Lopez oder Will Smith schon was heißen!