Sie können also keine Schreiberlinge leiden, Jaakko & Jay aus Finnland. Trotzig setzt sich unsereins aber über die provokative Bandansage zum Albumauftakt hinweg, lässt sich weder einen ordentlichen Haarschnitt, noch einen anständigen Job verpassen, sondern stürzt sich in das schamlose Vergnügen, 'War Is Noise' mit Kritikerohren zu hören und darüber ganz Kluges von sich zu geben. Und das ist gar nicht so impertinent, eignet sich doch solch reiner Akustik-Folkpunk kein bisschen zu Miesmachertum. Mehr als milde, vielmehr leidenschaftlich gestimmt wird man schließlich schon mit den ersten Takten, denn anarchisch geht es zu bei Jaako & Jay. Schnell, vorlaut und trinkfreudig. Jaakko bearbeitet die Saiten seiner Akustikklampfe erbarmungslos, während Jay fast zurückhaltend aber immer sauber und unverzichtbar im rasanten Takt auf der Snare wirbelt. Dazu schreit sich Ersterer von der Seele, was da eben so drauf zu lasten pflegt, wenn man jung und rastlos im Norden Finnlands festhängt. Da sorgt nicht nur der auf dem Album belassene, verkorkste und verlachte Anfang von 'Walls & Bars' für ein Höchstmaß an Autentizität. Kaum nachbearbeitet ist auf 'War Is Noise' das zu hören, was bei einer womöglich nächtlichen, womöglich alkoholgeschwängerten, womöglich gar nicht so ernst gemeinten Studiosession an Songs und Geräuschen so zu hören war. Inklusive eines Bongo-Intermezzo, spontanen Mitgröhlern und einer kurzen, schrägen Trompeteneinlage. Nostalgiker werden eine Träne wegdrücken in memoriam an die ganz frühen Against Me!-Zeiten, wenn Jaakko schwört: 'We'd break our bones just to sing our songs.' Endlich mal wieder einer, der sagt, worum es geht.