Das ist schon was, wenn man sich als Deutschpunk-Band damit rühmen kann, einstmals von Wölli (ja der, der mal bei den Toten Hosen die Felle bearbeitet hat) 'entdeckt' worden zu sein. Seitdem haben sich Betontod aus Rheinberg beharrlich einen Namen in der landesweiten Punkrockszene erspielt und verteidigen den nun mit ihrem vierten Album. Anders als es der doch sehr theatralische Titel 'Glaube Liebe Hoffnung' vermuten lässt, werden in den 14 Songs nicht nur altbekannte Themen und Phrasen bemüht, wie etwa bei 'Faktor Mensch', sondern haben die Texte durchaus Tiefgang. Philosophisch geht es dabei gerne zu, treibt die Band doch immer wieder die Frage nach dem Sinn um. Wenig Aufmunterndes, dafür aber Bedenkenswertes findet sich in Zeilen wie 'jeder kämpft für sein Glück oder was er dafür hält' oder 'das bisschen Wahrheit kann nicht schützen, was schon immer Lüge war'. Oft ist vom 'Nichts' die Rede, aber letztlich mündet doch Alles in der often gehörten, aber deshalb nicht falschen Ansage 'Leb dein Leben!'. Und für 'Widerstand' hat man sich schamlos bei Slime und gängigem Agitprop der vergangene Jahrzehnte bedient, was aber wohl als gutmeinende Homage gedacht ist. Musikalisch geht es Betontod-typisch eher einfach zu, ist wieder punkiger Rock mit einem deutlichen Schwung zum schwülstigen und/oder prolligen Streetpunk zu vernehmen, wofür vor allem Oliver Meisters versoffene Stimme verantwortlich ist. Die eher düsteren Melodien heben sich im Uptempo kaum voneinander ab, in die wenig markanten, aber fetten Gitarrenwände können die metallernen Riffs nur wenig Kontur bringen. Melodisch dick trägt die Band 'Land in Sicht' auf sowie bei dem mit einem warmen Streicherintro eingeleiteten 'Stadt ohne Licht' - beides schrecklich pathetische Balladen, die bei den nächsten biergeschwängerten Konzerten selbst die härtestens Skins, inbrünstig mitsingend, sich in den Armen liegen lassen. Ähnlich leicht durchschaubar zielt 'Ewigkeit' mit Schlager-Attitüde, 'Olé olé'-Refrain und der wörtlichen Übersetzung des großen Klassikers - 'du wirst nie alleine gehen' - darauf ab, die neue Fußballhymne zu werden. Ohne eindeutige Zuordnung zu einem Verein flexibel einsetzbar sogar. 'Glaube Liebe Hoffnung' ist die erste Eigenproduktion auf dem gerade gegründeten bandeigenen Label Better Than Hell. Da lassen sich die Herren von Betontod auch nicht lumpen und liefern in einer hochwertigen Box-Edition neben dem Digipak alles mit, was ein Fan so braucht: Heckscheibenaufkleber, T-Shirt, Aufnäher, Sticker, Button, Autogrammkarte, Signature-Drumstick und Plektrum.